Interessante Waldgebiete in Mecklenburg-Vorpommern

Teil 6 - Das Radebachtal


Es liegt zwischen Warin und Sternberg und ist einer der abwechslungsreichsten Wälder, die wir hier unweit der Ostseeküste um Wismar haben. Die Landschaftwurde im Wesentlichen durch die Eisvorstöße des Pommerschen Stadium und der Wechselvereisung vor 14.800 - 18000 Jahren geformt. In der "Wariner Senke" wurden zwischen der Zwischeneiszeit und der Wechsel-Kaltzeit Beckensedimente abgelagert. Dabei handelt es sich um einen teilweise gebänderten Ton mit Schluff- und Feinsandlagen, der größtenteils mit Sandersanden überlagert wird. Das hügelige Tal mit seinem abwechslungsreichen Baumbestand macht eine Pilzsuche auf keinem Fall langweilig. Reine Buchen Bestände, Buchen mit eingestreuten Kiefern, Pappeln, Feuchtgebiete und auchreine Fichtenbestände um die Sache abzurunden. Neben guten Speisepilzen, wie Steinpilze, Maronen oder krause Glucken gibt es dort auch sehr seltene Pilze zu bestaunen. Raritäten die es sonst kaum in Mecklenburg-Vorpommern gibt. Erwähnenswerte Funde aus diesem Gebiet sind zum Beispiel der Schönfuß-Röhrling, der Kiefernsteinpilz, die Herkuleskeule, der blaue Klumpfuß, der Reifpilz, der Anhängsel-Röhrling, der rotgegürtelter Milchling, der löwengelbe Dachpilz, Tiger-Ritterling, oder auch der Kornblumen-Röhrling. Fast alle Südwesthänge auf der Ostseite des Tales zeigen Spuren der Wind-Verhagerung durch Laubverblasung, an diesen Bereichen ist der Boden in der Regel sehr trocken. Die Moospolster hingegen verbergen so manche Überraschung, gerade sehr seltene Korallen-Arten der Gattung Ramaria fühlen sich hier wohl. Unter anderem wurde hier schon die Blutrotfleckende Koralle (R. sanguinea), die violett-graue Koralle (R. fumigata), die Dreifarbige Koralle (R. formosaund) und die Hahnenkamm-Koralle - Bärentatze (R. botrytis) gefunden. Abgesehen von schönen oder schmackhaften Pilzen, ist dieser Wald ein wirklich schönes Fleckchen Erde, wo auch der Fischotter, die Wasseramseln oder auch Eisvögel noch zu Hause sind. Das Wasser ist sauber und klar, sodass auch die Bachforelle hier noch in freier Wildbahn überlebt und sich fortpflanzen kann. Damit es diese naturbelassenen Wälder auch weiterhin geben kann und auch unsere Kinder, etwas ihren Kindern zeigen können, sollte bitte jeder, egal wo, mit gutem Beispiel vorangehen und die Natur mit Respekt behandeln.

 

Weitere Waldgebiete folgen nach und nach. Erwähnenswert und aus mykologischer Sicht sehr artenreich ist auch die Schaalseeregion, an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, die Müritzregion inmitten der Mecklenburgischen Seenplatte, der Darß auf der Halbinsel Zingst, die Buchenwälder im Nationalpark Jasmund auf der Insel Rügen und die Feldberger Seenlandschaft an der Landesgrenze zu Brandenburg.

 

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