Peziza saccardoana - Cooke 1877

Mehrfarbiger Becherling


Peziza saccardoana, roter, körniger Becherling, Ostsee Pilze Online

 

Beschreibung makroskopisch:

Sporenreife Fruchtkörper haben eine Größe von 2,5 cm bis ca. 5 cm im Durchmesser. Alleinstehend, selten waren zwei miteinander verwachsen. Jung becherförmig, schnell unregelmäßig ausgebreitet, fast flach auf dem Boden liegend, ungestielt auf dem blanken Boden sitzen. Auffällig war, dass ca. 50 % der Fruchtkörper, bei einer Größe von 1-2 cm, öhrlingsartig, spiralförmig gewachsen sind. Die Farben variieren je nach Witterung stark. Im feuchten Zustand ist die Außenseite deutlich dunkler, dunkelrötlich bräunlich, (Jung auch mit leichten violetten Tönen), leicht körnig, aber mehr kleiig. Im trockenen Zustand ist der gesamte Fruchtkörper deutlich heller. Die Außenseite ist hellrötlich, orange und weißt eine deutlich starke körnige Struktur auf. (Mit dem Auge sichtbar) Die Fruchtschicht ist gelblich, hellbraun, mit deutlichen, mal mehr oder weniger grünem Schimmer, wie bekannt von P. badia, P. lividula oder P. limnaea. Im Schnitt tritt klarer, durchsichtiger Saft aus. der sich auch nach Minuten nicht verfärbt und klar bleibt.

 

Beschreibung mikroskopisch:

Sporen breit elliptisch, bis 13,5 - 15 x 7,5 - 9,5 μm, verziert mit isolierten oder manchmal länglichen Schollenartigen Warzen, meist 1-2 μm. Sporen im Asci 2 Öltropfen, die sich bei ausgereiften Sporen zu einem großen Öltropfen vereinigt haben.

 

Fundort:

Kleines Stadtwäldchen am Strand. Auf richtig harten, verdichteten, leicht moosigen, ansonsten vegetationslosem Boden, im Wurzelbereich einer am Weg stehenden Eiche. Der sehr harte Mergelboden war durch anhaltende nasse Witterung, leicht aufgeweicht. (ca. 130 Liter in 2 Wochen)

 

Begleitvegetation:

Fagus, Quercus, Populus

 

Funddaten:

12.06.2017, Stadtteil Wendorf, am Seeblick, 23968 Wismar, MTB: 2034/323.

 

Anmerkung:

Frische Fruchtkörper wurden mikroskopiert. Die Bestimmung wurde durch erneutes mikroskopieren von Torsten Richter aus Rehna bestätigt. Mikrobilder von frischem Material wurden von Hartmut Schubert aus Harzgerode angefertigt.

 

Dieser Fund ist der Erstnachweis für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Die Verbreitungskarten von Deutschland geben nur 7 Funde von P. saccardoana. Schleswig-Holstein 1960, Berlin 1982, Nordrhein-Westfalen 1993, Sachsen 1987, Bayern 1965, Baden-Württemberg 1998 und Sachsen-Anhalt im Jahr 2017.

 

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