Peziza moravecii - Donadini 1978

Kot-Becherling


Peziza moravecii, Kot-Becherling, Ostsee Pilze.

 

Beschreibung makroskopisch:

Fruchtkörper stiellos auf dem Substrat aufsitzend, bis 1 bis 3 cm (selten größer) im Durchmesser, jung völlig weiß, napfförmig, Backenzahn-ähnlich, später becherförmig rund, gelblich mit Olivtönen, auffällige lange, weiße Haare am unteren Viertel des Bechers. Im Alter leicht verflachend, wellig verbogen, gelblich braun. Locker einzeln in Gruppen wachsend, manchmal auch mit anderen Fruchtkörpern dicht gedrängt stehend und können auch ineinander verwachsen sein. Außenseite jung kleiig, schwach aber sichtbar fein granuliert, körnig und etwas heller. Fruchtschicht jung glatt, weißlich bis hellen grau, im Alter gelb bis ockerfarben. Fleisch, keine Milch, brüchig, dünnfleischig, Ockerfarben. Geschmack mild, Geruch nach dem Substrat.

 

Beschreibung mikroskopisch:

Sporen hyalin, elliptisch, fein warzig - punktiert, 6-8 x 13-15 (16) µm.

Asci 8-sporig, 190-200 (250) µm lang, (8) 10-12 µm breit.

Paraphysen zylindrisch, septiert, Spitze leicht verdickt 5-6 µm, abgerundet, mit fein körnigem Inhalt. Exipulum mit mittlerer Textura intricata

 

Fundort:

Bevorzugter Hunde-Waldweg im Kiefernforst, am Weg eine junge Buche und herum stark bemoostes, vergrabenes Totholz. Es ist anzunehmen, dass die Wegecke kot- und uringedüngt ist. Die Vergesellschaftung mit Ascobolus lignatilis und der Dung liebenden Art Pseudombrophila petrakii sprechen dafür.

 

Begleitvegetation:

Pinus und Fagus.

 

Funddaten:

19.02.2017, Kiefernwald bei Jesendorf.

 

Anmerkung:

 Frischer Fruchtkörper wurde am 25.02.2017 eingesammelt und am 26.02.2017 von Torsten Richter aus Rehna mikroskopiert. Makroskopisch ähnlich und an vergleichbaren Standorten fruktuzieren auch Peziza merdae oder Peziza fimeti. Bevorzugter Lebensraum sind Wald- und Wiesenränder, an Stellen die durch Urin und Kot von Rindern, Rehen, Schafen oder Hunden, gedüngt sind. Auch auf Taubendung gab es in Süddeutschland und in der Schweiz Funde.

 

 

? Ungeklärter Fund aus denen Dünen 2017. Sporen feinwarzig-gratig, aber kein Netz. Kurze Grate und Warzen sind nicht verbunden, aber dicht und gleichmäßig, Sporen 13- 15 x 6-7 µm, Paraphysen bräunlich, apikal leicht angeschwollen bis 6- 7 µm. Nach der Beschreibung von J. Häffner passt alles zu Peziza perdicina. Diese soll aber nun zu P. moravecii gehören, die aber nur sehr fein rauhe Sporen und nie Grate besitzt. ?

 

Peziza moravecii, Kotbecherling, weißer Becherling mit gelben Ascobolus, Ostsee Pilze.
Peziza moravecii, Kotbecherling, gelb brauner Becherling, Ostsee Pilze.

 

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