Peziza celtica - Moser 1963

Blauvioletter-Becherling


Blau violetter Becherling, Peziza celtica bei Ostsee Pilze.

 

Beschreibung makroskopisch:

Mittelgroße Fruchtkörper bis ca 6 cm breit, fast stiellos, auf dem Boden aufsitzend. Ganz Jung öhrlingsartig, weißlich, Fruchtschicht glatt bläulich, rosa, die Ränder deutlich blau. Außenseite weiß, schmierig. Im Alter schüsselförmig und heller violett, zum Schluss ausgebreitet und violett-braun. Die weißliche Außenseite bleibt sehr lange, erst kurz vor dem Ende, auch braun werdend, aber dennoch leicht heller. Das Fleisch ist fest, aber wie bei den meisten Becherlingen leicht zerbrechlich. Im Schnitt rosa, weißlich bis später bräunlich. Keine farbige Milch absondernd, Geschmack mild, Geruch angenehm frisch, leicht pilzig.

 

Beschreibung mikroskopisch:

Asci achtsporig, 200 - 250 x 10 -15 µm, J+.

Paraphysen zylindrisch, septiert,  Spitze schwach keulig bis 6 µm verdickt.

Sporen hyalin elliptisch, isoliert warzig, auffällige Warzen (Häffner bezeichnet sie als Sektkorken ähnlich) mit 2 Öltropfen, 15 - 19 x 8 - 10  µm.

 

Fundort:

An einem bemooste Hügel im Auwald. Dickes nasses Moos auf stark lehmigen, aber lockeren Boden. (alter Maulwurfshügel?)

 

Begleitvegetation:

Betula, Alnus glutinosa, Fagus, 

 

Funddaten:

25.10.2014 & 18.10.2016, Prosekener Grund ca. 3 Kilometer westlich von der Hansestadt Wismar entfernt. MTB: 2034/3

 

 Anmerkung:

Frische Fruchtkörper wurden mikroskopiert von Torsten Richter (2014), unsichere Bestimmung, da nur ein Fruchtkörper vorhanden war. Chris Engelhardt (2016)

 

Spätherbst 2015 blieb der Fundort leer. Bei einer Exkursion am 21.10.2016 mit Chris Engelhardt, standen an der "alten" Stelle vier Fruchtkörper. Ch. Engelhardt bestimmte diese Becherlinge ebenfalls als Peziza celtica. Die Zweifel bleiben, weil es 2016 in dieser Umgebung Massen von Peziza lividula gab. Es wurden von 3 Fundorten zahlreiche Proben mikroskopiert und alle zweifelsfrei bestimmt. Die "Celtica-Stelle" befindet sich direkt im Dreieck der 3 Lividula-Standorte.

 

Peziza celtica dürfte seltener sein, wie in den Verbreitungskarten angegeben. Es gibt zahlreiche Arten, die einen lila Farbton besitzen, da ist Peziza celtica immer mal schnell in den Raum geworfen. Das gleiche leidige Spiel ist es bei der Peziza badia, sobald ein Becherling braun ist (jeder Becherling ist oder wird mit der Zeit bräunlich), ist es bei den meisten immer gleich P. badia und das Schlimmste ist, dass diese Fehlbestimmungen so abgeheftet werden.

 

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