Morcheln / Teil II

Die Morchelsuche


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Wenn es im April langsam wärmer wird und der Löwenzahn blüht, dann wird es höchste Zeit die köstlichen Morcheln zu suchen. Durch ihren kurzen und meist einmaligen Wachstumsschub im Jahr und die Tatsache, dass sich diese Pilze noch nicht züchten lassen, werden sie auch dementsprechend teuer gehandelt.

Die Morcheln gehören zu den teuersten Pilzen, die man ohne Hund selber suchen und finden kann. Wenn die Buschwindröschen den Waldboden weiß bedecken und der Löwenzahn in voller Blüte steht, dann gibt es oft kein Halten mehr. Viele bezeichnen die Morchelsuche als Königsdisziplin. Das kann zum einen daran liegen, dass die Morcheln nur ein sehr kleines Zeitfenster im Jahr haben, und dass sie sich durch ihre Form und Farbe verdammt gut tarnen können. Persönlich finde ich, dass dies den Reiz erst ausmacht und man freut sich umso mehr, wenn man dann welche findet. Die Temperaturen sollten nachts nicht mehr unter den Gefrierpunkt rutschen, am besten 5 Grad und mehr. Die Morcheln sucht man am besten in naturbelassenen Auwäldern, mit Eschen-/ Erlenbestand. Sie mögen es wie die meisten Pilze nicht wenn sie austrocknen, dennoch möchten sie nicht im Nassen stehen und wachsen deshalb nicht in dauerfeuchten Biotopen. In den Auwäldern stehen sie oft im unteren Bereich der Hangterassen. So bekommen sie viel Wasser von den Niederschlägen ab, aber stehen trotzdem nie nass. Super Adressen sind auch Seeufer, die nicht permanent überspült werden. Ränder von Flüssen und Bächen kann man ebenfalls absuchen, um Morcheln zu finden. Sie sind Meister der Tarnung, die Erste zu finden ist das Schwierigste. Man sollte langsam gehen und sich seinen ersten Fund genau anschauen, damit sich das Auge dran gewöhnen kann. Wo es Teppiche von Buschwindröschen (Anemone nemorosa) gibt oder wo es angenehm nach Knoblauch vom Bärlauch (Allium ursinum) riecht, ist man goldrichtig. Die Nase sollte man auch einsetzen beim Kontrollieren seiner Funde. Alte Pilze können wie alle gammeligen Lebensmittel eine schwere Lebensmittelvergiftung hervorrufen. Der normale Menschenverstand verbietet es eigentlich, schlecht riechende Pilze in den Korb zu packen. Leider gibt es sehr viele Menschen die sich jeden Pilz einpacken, der noch als solcher zu erkennen ist. Kalk sollte im Boden nicht fehlen, saure, überdüngte, oder stickstoffreiche Böden werden nicht besiedelt. Ein guter Indikator für kalkhaltige Böden sind viele alte weiße Schneckengehäuse. An Standorten, an denen der Morchelbecherling wächst, sollte man immer genauer schauen. Sie teilen sich oft denselben Standort und erscheinen meist schon zwei Wochen früher. Sollte man allerdings keine Morcheln in direkter Nachbarschaft finden, sammelt man einfach die leckerern Morchelbecherlinge, denn sie schmecken mindestens genauso gut. Einzelne Exemplare von Morcheln kann man auch in Gärten finden, gerne in der Nähe von Apfelbäumen und Rosengewächsen, an Böschungen oder auf Streuobstwiesen. Zeigerpflanzen für guten Morchelboden wären Pestwurz, Lungenkraut, Goldnessel, Zahnwurz, Buschwindröschen, der Waldmeister zeigt zudem auch noch Lehmboden an. Die Latte mit Zeigepflanzen ist lang, wer auch andere Pilze im Jahr gezielt suchen möchte, der sollte die wichtigsten Pflanzen kennen. Es ist sehr hilfreich zu wissen, auf welchem Boden welche Pilze wachsen. Sollen hier Bilder von Zeigerpflanzen gezeigt werden? Wenn ja, schreibt mir eine E-Mail.

 

Als Faustregel kann man sich merken: Wenn der Huflattich blüht, zeigen sich die ersten Frühjahrslorcheln, wenn der Löwenzahn in voller Blüte steht, ist Morchelzeit und wenn der Raps blüht, ist schon Maipilz-Zeit.

 

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Die Zubereitung

Morcheln sollten wie die meisten Pilze vor der Verarbeitung zunächst gut gesäubert werden. Da vor allem Morcheln häufig sandig sind und sich in ihren hohlen Stielen manchmal kleine Gäste befinden, sollte man sich hierbei etwas mehr Zeit nehmen. Der etwas zähe Stiel kann nach dem Entfernen getrocknet werden, um anschließend Pilzpulver daraus zu machen. Niemals dürfen überalterte Morcheln verwendet werden und frische Pilze dürfen nicht lange aufbewahrt werden. Frische Morcheln und allgemein Pilze aus dem Handel würde ich immer meiden, weil wenn ich sie nicht extrem teuer beim Delikatessenhändler oder auf dem Viktualienmarkt kaufe, können sie bereits mit der Eiweißzersetzung angefangen haben und damit mehr als gesundheitsschädlich sein. Trockenpilze halten bei der richtigen Lagerung deutlich länger und man sagt, sie sollten binnen zwei Jahren verbraucht sein. Sie müssen eine Stunde vor der Zubereitung in Wasser eingeweicht werden. Das Einweichwasser kann dann später für Suppen oder Soßen verwendet werden. Getrocknete Morcheln sind genauso, wenn nicht sogar aromatischer als frische Morcheln. Morcheln passen sehr gut zu Fleischgerichten. Kalb- Rind- oder Schweinefleisch eignen sich besser als Geflügel, aber das sollte jeder für sich selbst entscheiden. Sie können Fleisch aber auch einfach ersetzen und man macht sich eine Morchelrahmsoße, mit beispielsweise Nudeln dazu. Eine Suppe mit Morcheln als Einlage oder gefüllte Tortellini wären bestimmt auch leckere Angelegenheiten. Morcheln niemals roh essen, denn sie sind roh giftig! Durch einen mindestens 5-minütigen Garprozess oder durch das Trocknen von mindestens 6 Monaten wird das Gift zerstört. Ist dies aber erfolgt, dann sind die Morcheln einfach köstlich. Die Verträglichkeit von Morcheln ist individuell sehr verschieden. Wer Morcheln noch nie gegessen hat, sollte mit kleinen Portionen anfangen, große Mengen von Morcheln sollten ohnehin nicht verzehrt werden. Leckere Kochrezepte oder Erfahrungen, könnt Ihr uns gerne jederzeit mitteilen.

 


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