Alles rund um das Thema Morcheln


Bild

 

Einleitung * Unterschiede * Morchelsuche * Zubereitung * Morchelarten

 

Frühlingszeit ist Morchelzeit! Wenn es Anfang April langsam wärmer wird und der Löwenzahn anfängt zu blühen, dann wird es höchste Zeit die köstlichen Morcheln zu suchen. Wo man die Delikatessen finden kann und wie man sie von den giftigen Lorcheln unterscheidet, versuche ich in den folgenden Zeilen zu erläutern.

 

Diese Edelpilze wachsen nicht, wie man annehmen könnte, wie der Steinpilz oder Pfifferling im Sommer und Herbst, sondern im Frühling, zwischen März und Mai. Morcheln werden von vielen Menschen gleichermaßen geschätzt, sie gehören zu den ersten guten Speisepilzen im Jahr und so lockt ihr Erscheinen die Pilzsammler regelrecht aus der Winterruhe. Auch bei Gastronomen steht dieser sehr aromatische und etwas untypisch aussehende Pilz hoch im Kurs. Durch ihren kurzen und meist einmaligen Wachstumsschub im Jahr und die Tatsache, dass sich diese Pilze noch nicht züchten lassen, werden sie auch dementsprechend teuer gehandelt. Die Morcheln gehören zu den teuersten Pilzen, die man ohne Hund selber suchen und finden kann.

 

Die Unterschiede zwischen Morchel & Lorchel

Die Frage zu den Unterschiedsmerkmalen ist im Grunde schnell beantwortet, aber dennoch wichtig. Lorcheln der Gattung Gyromitra enthalten, wie der Name es schon erahnen lässt, das leber- und nierenschädigende Gift Gyromitrin. Ich beziehe mich mal auf die klassische Verwechslungsmöglichkeit der giftigen Frühjahrslorchel und der Speisemorchel.

 

Speisemorchel - Morchella esculenta

  • Hut: wabenartig, hohl
  • Stiel: beige, weißlich, hohl
  • Farbe: beige, gelblich
  • Boden: kalkhaltig
  • Geruch: aromatisch, pilzig
  • Habitat: Auwälder, Bachtäler, Seeufer, Wiesen

 

Giftige Lorchel - Gyromitra esculenta

  • Hut: hirnartig gewunden, nicht vollständig hohl
  • Stiel: weißlich, hohl
  • Farbe: bräunlich, rötlich-braun
  • Boden: sauer
  • Geruch: frisch, würzig
  • Habitat: bei Kiefern oder Fichten, sandige Böden

Links die Morchel mit hellen, warmen Gelbtönen und der wabenartigen Struktur und rechts die Frühjahrslorcheln mit ihren rotbräunlichen Farbtönen und ihren hirnartigen Windungen. Achtet man nun auch noch auf die Umgebung des Pilzes, ist eine Verwechslung kaum noch möglich. An dieser Stelle gleich eine Bemerkung zum Rindenmulch in Gärten, Parkplätzen oder vor der Haustür. Wer sich nicht sicher ist, nimmt sich von Mulchflächen besser nichts für die Pfanne mit. Zum Ersten schmecken diese Morcheln bei Weitem nicht so gut wie "wild gefangene" und zweitens muss man an öffentlichen Plätzen immer im Hinterkopf haben, dass Hunde und Katzen auch nicht weit entfernt sind, aber das entscheidet am besten jeder für sich selbst. In der Regel handelt es sich um die Spitzmorchel (Morchella conica), die sich auf Rindenmulch von der Fichte wohlfühlt. Dennoch habe ich auch schon Speisemorcheln und eben manchmal auch die giftige Frühjahrslorchel drauf gesichtet.

 

Also immer Achtung, bei jeder Unsicherheit, Finger weg!

Gier frisst bekanntlich Hirn, aber in diesem Fall wäre es Eure Leber!

Keine Pilzmahlzeit ist es Wert, seine Gesundheit zu riskieren.

 

Es lohnt sich aber trotzdem, im Frühling auf solchen Plätzen die Augen aufzuhalten. Denn solche Plätze sind oft wärmebegünstigter, weil meistens keine Bäume in der Nähe stehen, die die ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres vom Boden fernhalten. Sprich, wenn da die ersten Morcheln wachsen, geht es in den Auwäldern ein bis zwei Wochen später auch los. Bei Fragen, kontaktiert am besten einen Pilzsachverständigen in Eurer Gegend, oder manchmal bieten diese sogar geführte Pilzwanderungen im Frühling an. So nun zum Punkt, wo finde ich denn am besten Morcheln?

 

Teil 2 / Die Morchelsuche