Morchelbecherling

Disciotis venosa - (Pers.) Arnould 1893


Morchelbecherling, Disciotis venosa, Pilz im Frühling in der Nähe von Morcheln.

 

Dieser große Becherling hat viele Namen, Flatschmorchel, Adriger-Becherling, Chlor-Becherling, aber am häufigsten hört er auf den Namen Morchelbecherling. Da sie zur selben Zeit, an ähnlichen Standorten wachsen und den Morcheln geschmacklich in nichts nachstehen. Im Gegenteil, manche bezeichnen in als wohlschmeckender und aromatischer. Der markante, charakterliche Geruch nach Chlor oder Schwimmbad verschwindet bei der Zubereitung und ist gleichzeitig ein super Merkmal, um ihn von anderen ungenießbaren Becherlingen zu unterscheiden. Frische Fruchtkörper sollten gut durchgegart werden, besser noch ist das Trocknen der Fruchtkörper. Nach dem trocknen werden sie geschmacklich noch intensiver und das daraus gewonnene Pilzpulver kann man bestens für Suppen und Soßen verwenden. Verwechseln könnte man den Morchelbecherling mit der Scheibenlorchel (Gyromitra ancilis), diese wächst aber nicht auf Lehm- oder Kalkboden unter Laubbäumen, sondern auf alten, bemoostem Nadelholz von der Kiefer und Fichte. Die Essbarkeit der Scheibenlorchel ist umstritten. Einige Pilzberater stufen sie als Giftpilz ein und Andere als essbaren Speisepilz. Sie kann aber auch den in der Frühjahrslorchel vorkommenden, gefährlichen Giftstoff Gyromitrin enthalten und ist somit zumindest roh giftig.

 

Makroskopische Beschreibung:

Die Becherlinge sitzen ungestielt, bis ca. 15 cm (20cm) groß werdend auf dem Erdboden.  Sie sind jung kelch- bis schüsselförmig, im Alter tellerförmig bis völlig verflachend, milchkaffeebraun bis kastanienbraun. Die markanten runzeligen Adern auf der Innenseite, die diese Art gut kennzeichnen, werden erst im mittleren Alter kräftiger ausgeprägt. Die Außenseite ist milchweißlich bis Braun, immer etwas heller als die Innenseite. Die Außenseite ist leicht kleiig bis grob körnig (je nach Standort und Alter). Der Rand ist oft wellig nach innen gebogen. Der angedeutete Stiel läuft spitz in den Boden, Fleisch bis 1,5 cm dick, sehr brüchig. Der charakteristische Geruch nach Chlor oder Schwimmbad ist ein super Erkennungsmerkmal und dieser verschwindet vollständig bei der Zubereitung. Der Geschmack ist mild, roh sollten sie dennoch nicht gegessen werden, im Gegenteil sie sollten immer gut durchgegart werden.

 

Verwechslung: Scheibenlorcheln - Gyromitra ancilis oder Gyromitra parma, mit anderen großen Becherlingen der Gattung Peziza. Bei Unsicherheit, stehen lassen oder einen Pilzsachverständigen fragen.

 

Hab.: Kalkliebend, bevorzugt Lehmboden, zwischen Gras und Kräutern, gerne bei wilden Schnittlauch oder Bärlauch, an Flussauen, Seeufern, in Gärten, Auwäldern, oder Parkanlagen.

 

Frukt.: April bis Mitte Mai

 

Vork.: Zerstreut in ganz Deutschland

 

Morchelbecherling im Auwald März 2017. Beschreibung bei Ostsee Pilze
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Morchelbecherling, Becherling, Pilz riecht nach Chlor, Disciotis venosa, Morchel.
Typisches Biotop für Morcheln, Morchelwald in Mecklenburg-Vorpommern

 

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