Rund um die Morchel und Lorchel

Teil 3 - Die Morchelsuche


Morchel mit Anemonen, Morchella esculenta, Pilze im Früjahr.

 

Viele bezeichnen die Morchelsuche als Königsdisziplin. Das kann zum einen daran liegen, dass die Morcheln nur ein sehr kurzes Zeitfenster im Jahr haben und das sie sich durch ihre Form und Farbe verdammt gut tarnen. Aber ich persönlich finde, dass das den Reiz erst ausmacht und man freut sich umso mehr, wenn man denn welche findet. Die Temperaturen sollten nachts nicht mehr unter den Gefrierpunkt rutschen, am besten 5 Grad und mehr. Die Morcheln sucht man am besten in naturbelassenen Auwäldern, mit Eschen- Erlenbestand. Morcheln mögen es wie die meisten Pilze nicht, wenn sie austrocknen, aber sie mögen auch keine nassen Füße. In den Auwäldern stehen sie oft im unteren Bereich der Hangterassen. So bekommen sie viel Wasser von den Niederschlägen ab, aber stehen trotzdem nie nass. Auch an Seeufern, die nicht permanent überspült werden,  Flüsse und Bäche sind auch super Adressen um Morcheln zu finden. Sie sind Meister der Tarnung, die Erste zu finden ist das Schwierigste. Man sollte langsam gehen und sich seinen ersten Fund genau anschauen, damit sich das Auge dran gewöhnen kann. Wo es Teppiche von Buschwindröschen (Anemone nemorosa) gibt oder wo es angenehm nach Knoblauch vom Bärlauch (Allium ursinum) riecht, ist man goldrichtig. Die Nase sollte man auch einsetzen beim Kontrollieren seiner Funde. Alte Pilze können wie alle gammeligen Lebensmittel eine schwere Lebensmittelvergiftung hervorrufen. Der normale Menschenverstand verbietet es eigentlich, schlecht riechende Pilze in den Korb zu packen. Leider gibt es sehr viele Menschen, die sich sagen das ist schon nicht so schlimm und packen sich jeden Pilz ein, der noch als solcher zu erkennen ist, und landen nicht selten im Krankenhaus. Kalk sollte im Boden nicht fehlen, saure, überdüngte, oder stickstoffreiche Böden werden nicht besiedelt. Ein guter Indikator für kalkhaltige Böden sind viele alte weiße Schneckengehäuse. An Standorten, an denen der Morchelbecherling wächst, sollte man immer genauer schauen. Sie teilen sich oft denselben Standort und erscheinen meist schon zwei Wochen früher. Sollte man allerdings keine Morcheln in direkter Nachbarschaft finden, sammelt man einfach die leckerern Morchelbecherlinge, denn sie schmecken mindestens genauso gut. Einzelne Exemplare von Morcheln kann man auch in Gärten finden, gerne in der Nähe von Apfelbäumen und Rosengewächsen, an Böschungen oder auf Streuobstwiesen. Zeigepflanzen für guten Morchelboden wären Pestwurz, Lungenkraut, Goldnessel, Zahnwurz, Buschwindröschen, der Waldmeister zeigt zudem auch noch Lehmboden an. Die Latte mit Zeigepflanzen ist lang, wer auch andere Pilze im Jahr gezielt suchen möchte, der sollte die wichtigsten Pflanzen kennen. Es ist sehr hilfreich zu wissen, auf welchem Boden welche Pilze wachsen. Als Faustregel kann man sich merken, wenn der Huflattich blüht, zeigen sich die ersten Frühjahrslorcheln, wenn der Löwenzahn überall in voller Blüte steht, ist es der beste Zeitpunkt, um nach Morcheln zu suchen und wenn der Raps blüht, ist Maipilz-Zeit. Ähnlich der Frühjahrslorchel, kann auch die Riesen-Lorchel sein, die sogar im Laubwald wächst. Lorcheln aus der Gattung -Gyromitra- findet Ihr im Menü unter L wie Lorcheln.

 

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