Rund um die Morchel und Lorchel

Teil 2 - Die Unterschiede


Morchel Vergleich Lorchel, Querschnitt der Morchella und Gyromitra
links braune Lorchel / rechts gelblichd Morchel

 

Die Frage zu den Unterschiedsmerkmalen ist im Grunde schnell beantwortet, aber dennoch wichtig. Lorcheln der Gattung > Gyromitra < enthalten, wie der Name es schon erahnen läßt, das Leber- und Nierenschädigende Gift Gyromitrin. Ich beziehe mich mal auf die klassische Verwechslungsmöglichkeit der giftigen Frühjahrslorchel / G. esculenta und der Speisemorchel / M. esculenta.

 

Merkmale der Speisemorchel - Morchella esculenta

 

Hut: wabenartig, hohl

Stiel: beige, weißlich, hohl

Farbe: beige, gelblich

Boden: kalkhaltig

Geruch: aromatisch, pilzig

Habitat: Auwälder, Bachtäler, Seenufer, Wiesen.

 

Merkmale der Giftlorchel - Gyromitra esculenta

 

Hut: hirnartig gewunden, durch den Stiel nicht ganz hohl.

Stiel: weißlich, hohl

Farbe: bräunlich, rötlich-braun

Boden: sauer

Geruch: frisch, würzig

Habitat: Kiefern- oder Fichtenwälder, mit sandigen Böden.

 

Unten im Bild - Links die Morchel mit hellen, warmen Gelbtönen und der wabenartigen Struktur und rechts die Frühjahrslorcheln mit ihren rotbräunlichen Farbtönen und ihren hirnartigen Windungen. Achtet man nun auch noch auf die Umgebung des Pilzes, ist eine Verwechslung kaum noch möglich. An dieser Stelle gleich eine Bemerkung zum Rindenmulch in Gärten, Parkplätzen oder vor der Haustür. Wer sich nicht sicher ist, nimmt sich von Mulchflächen besser nichts für die Pfanne mit. Zum Ersten schmecken diese Morcheln bei Weitem nicht so gut wie "wild gefangene" und zweitens muss man an öffentlichen Plätzen immer im Hinterkopf haben, dass Hunde und Katzen auch nicht weit entfernt sind, aber das entscheidet am besten jeder für sich selbst. In der Regel handelt es sich um die Spitzmorchel (Morchella conica), die sich auf Rindenmulch von der Fichte wohlfühlt. Dennoch habe ich auch schon Speisemorcheln und eben manchmal auch die giftige Frühjahrslorchel drauf gesichtet.

 

Also bei Unsicherheit, Finger weg! Gier frisst bekanntlich Hirn, aber in diesem Fall, wäre es Eure Leber! Keine Pilzmahlzeit ist es Wert, seine Gesundheit zu riskieren. Bei Fragen, kontaktiert am besten einen Pilzsachverständigen in Eurer Gegend, manchmal bieten diese auch geführte Pilzwanderungen an.

 

Es lohnt sich aber trotzdem, im Frühling auf solchen Plätzen die Augen aufzuhalten. Denn solche Plätze sind meist wärmebegünstigter, weil meistens keine Bäume in der Nähe stehen, die die ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres vom Boden fernhalten. Sprich, wenn da die ersten Morcheln wachsen, geht es in den Auwäldern ein bis zwei Wochen später auch los. So nun zum Punkt, wo finde ich denn am besten Morcheln?

 

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