Wollfilzige Lorchel

Helvella villosa - Schaeff. 1774


Bild Helvella chinensis, villosa, Wollfilzige Lorchel, seltener Pilz.

 

Makroskopische Beschreibung:

Die Wollfilzige Lorchel ist der optische Doppelgänger der sehr ähnlichen Helvella macropus und wird in der Regel nur um die 3 bis 4 cm groß, also wesentlich kleiner als die H. macropus. Der Kopfteil ist unregelmäßig schüsselförmig, seitlich etwas zusammengedrückt, Rand wellig, nach innen gebogen und schwach gekerbt, teils eingerissen. Junge Fruchtkörper, wie kleine runde, weiche, behaarte Kugeln, dunkelgrau bis schwarz, mit deutlichen Zotten. Die Fruchtschicht ist glatt, matt, dunkelgrau bis graubraun. Die Außenseite und der Rand sind fein filzig-kleiig, etwas heller. Der Stiel ist etwas zylindrisch, filzig, weißlich bis cremefarben, glatt, aber gegen die Spitze hin immer fein kleiig. Einzeln bis gesellig wachsend. Es scheint als würde diese Art eher an Straßenrändern, in offenen Gebieten, Rasen oder auf Wiesen zu wachsen und nicht wie H. macropus bevorzugt in Buchenwäldern. Eine sichere Artabgrenzung ist nur durch das Mikroskop möglich. Wenn man aber beide Arte schon mehrmals gefunden hat, kann man sie vorläufig schon am Fundort mit Namen benennen.

 

Hab.: Sapr. auf sandig nackter Erde, an Waldwegrändern, Wegböschungen, Hohlwegen in Laubwäldern.

 

Frukt.: (April) Mai - Oktober (fast durchgehend)

 

Vork.: Selten in ganz Deutschland. Eventuell falsch bestimmt oder übersehen. Aus Mecklenburg-Vorpommern sind nur wenige Funde notiert, Rostock 1936, Weberin 2000 und nördlich von Ludwigslust wurden 2005 einige Fruchtkörper gefunden. Seit 2015 eine produktive Stelle in Wismar.

 

Syn.: Helvella fibrosa - Helvella chinensis - Helvella dissingii

 

Anmerkung:

Erstmals persönlich im August 2015 gefunden und am selben Standort am Mai 2016 und 2017 regelmäßig beobachtet. Sie scheinen standorttreu zu sein. Sie wuchsen am Standort zusammen mit sehr vielen Exemplaren von Pulvinula constellatio und paar Fruchtkörpern von Peziza michelii (ab Ende Juli). Mikroskopiert wurden frische Fruchtkörper von Hartmut Schubert aus Harzgerode.

 

Einträge in Roten Listen:

Rote Liste - Niedersachsen: Status 3 - gefährdet

Rote Liste - Sachsen: Status R - Rarität extrem selten

Rote Liste - Bayern: Status R - seit jeher extrem selten

Rote Liste - Nordrhein-Westfalen: Status 3 - gefährdet

Rote Liste - Rheinland-Pfalz: Status 2 - stark gefährdet

Rote Liste - Tschechische Republik: Status 1 - vom aussterben bedroht

 

Mikroskopische Beschreibung:

 

Asci achtsporig, 230 - 280 x 15 µm.

 

Paraphysen zylindrisch, an der Spitze leicht keulig 7 µm verdickt. Hyphenauswüchse am Excipulum mit länglichen Zellen.

 

Sporen hyalin, breit-elliptisch, glatt, mit 1 großen Tropfen (16) 17 - 20 x (9,5) 10,5 - 12 µm.

 

Anmerkung:

Gerne könnt ihr Eure persönlichen Funde bei uns melden, wir freuen uns darüber.

E-Mail: lorcheln@gmail.com

 

Kleine Helvella chinensis, Wollfilzige Lorchel, Pilze von der Ostsee
Kleine Helvella chinensis, zottige Lorchel, Pilze von der Ostsee
Wollfilzige Lorchel, Lorchel unter dem Mikroskop. Ostsee Pilze
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Wollfilzige Lorchel, Lorchel unter dem Mikroskop. Ostsee Pilze, Helvella fibrosa.
Wollfilzige Lorchel, Lorchel unter dem Mikroskop. Ostsee Pilze, Helvella fibrosa.
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