Milchweiße Lorchel

Helvella lactea - Boud. 1907


Bild von der Milchweißen Lorchel, Helvella lactea, Ostsee Pilze.

 

Makroskopische Beschreibung:

Diese recht kleine schneeweiße Lorchel wird höchstens 4 cm groß. Im frischen Zustand reinweiß. Sattelförmiger Kopfteil, unregelmäßig lappig, Rand am Stiel angewachsen, Unterseite ebenfalls weiß und glatt. Der Stiel tief längsfurchig, frisch weiß, trocken blass gelb bis leuchtend gelb. Die Art ist gut gekennzeichnet durch das Fehlen jeglicher Farbtöne, im getrockneten Zustand wird sie grau, rahmfarben bis karamelbraun. In der Regel einzeln wachsend, gelegentlich auch mal mehrere Fruchtkörper am Standort. Das obere Bild zeigt einen Fund aus Skandinavien von E. Skific, weiter unter ist ein Bild von meinem Fund, aus dem Sommer 2016.

 

Hab.: Sapr. auf der Rinde noch lebender Eschen / Fraxinus, in Laubwäldern, Auwälder und Erlenbrüchen, im Gras bei Birken und Schwarzerlen. Unter Buchen im tiefen Lauf, Mischwald ist nicht ausgeschlossen.

 

Frukt.: Juni, Juli -  seltener September bis November

 

Vork.: Sehr selten in ganz Europa. Es gibt nur wenige Funde aus Deutschland. In der nördlichen Hälfte des Landes erst 2 Nachweise. Schleswig-Holstein bei Damlos 02.09.2006, Mecklenburg-Vorpommern NSG Quaßliner Moor 16.09.2000. Ein mysteriöser Fund Mitte Juni 2016, bei Waren an der Müritz. Beim Sammeln von Pfifferlingen, wurde diese Lorchel nicht weiter beachtet. Ich hoffe das der Pilzsammler diesen weiß-glasigen Pilz wiederfindet. In den Bundesländern: Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und aus dem Saarland sind in den Verbreitungskarten der DGFM noch keine Funde bekannt. Mit insgesamt nur 4 Funden ist Bayern Spitzenreiter.

 

Einträge in Roten Listen:

Rote Liste - Sachsen-Anhalt: Status R - extrem selten

Rote Liste - Mecklenburg-Vorpommern: Kein Eintrag

Rote Liste - Sachsen: Status R - seit jeher extrem selten

Rote Liste - Schleswig-Holstein: Status ? - Vorkommen fraglich

 

Mikroskopische Beschreibung:

 

Asci achtsporig, 200 x 15 - 18 µm, J -.

 

Paraphysen zylindrisch, Spitzen bis 7 µm keulig verdickt.

 

Sporen breit elliptisch, glatt, hyalin, mit großen und oft mit einigen kleinen Tropfen, (15)16 - 18 x 10 - 11,5 (12) µm.


 

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