Ledrige Lorchel

Helvella corium - (O. Weberb.) Massee 1895


Pilz, Lorchel, Beschreibung von der Helvella corium, Ledrige Lorchel

 

Makroskopische Beschreibung:

Junge Fruchtkörper des seltenen Pilzes, sehen aus wie kleine schwarze Trompeten, später längsspaltig zusammengedrückt, im Alter rasch kreisrund bis becherförmig, später verflachend. Die Fruchtschicht ist tiefschwarz, bei großen voll entwickelten können sie in der Mitte runzelig - aderig sein. Der Rand ist meist deutlich zottig, manchmal gekerbt, gelegentlich weiß gezont durch kristallienweiße Zottenspitzen. Die Außenseite ist ebenfalls tiefschwarz, die Zotten gehen zur Basis hin, in eine Körnigkeit bis Samtigheit über. Durch eventuelle Trockenrisse, leuchtet manchmal das weiße Fruchtfleisch durch. Der Stiel ist schwarz, körnig, filzig, unregelmäßig säulig. Oft ist der Stiel in dem Boden eingesenkt, an diesen Stellen ist das Schwarz nicht so intensiv und ist eher grau bis grauschwarz. Die Basis ist in der Regel breiter und weißlich, deutlich abgerundet und gefurcht, ein bis mehrfach grubig. Die Rippen verflachen sich zur Mitte hin. Im getrockneten Zustand treten die Rippen viel intensiver hervor. Das Fleisch ist schneeweiß, wie man im Querschnitt im Bild 5 gut sehen kann. Gesamthöhe max. 5 cm. Einzeln bis gesellig wachsend, aber niemals mit einander verwachsen.

 

Syn.: Helvella alpestris, Helvella arctica, Helvella macrosperma.

 

Hab.: Sapr. in bewaldeten Kies- und Kreidegruben, auf vegetationslosem Sand, an moosigen Böschungen, Erlenbrüchen, unter Ziersträuchern, gern bei Salix und Pinus. Auch auf kalkhaltigen Sand-, Kies-, Lehm, und Kreideböden.

 

Frukt.: (Mitte April) Mai bis Anfang Juni.

 

Vork.: In ganz Deutschland selten. In den nördlichen, sowie in den östlichen Bundesländern gibt es bisher mehr Fundnachweise.

 

Einträge in Roten Listen:

Rote Liste - Mecklenburg-Vorpommern: Status 2 - stark gefährdet

Rote Liste - Niedersachsen: Status 2 - stark gefährdet

Rote Liste - Bayern: Status R - seit jeher extrem selten

Rote Liste - Sachsen: Status 3 - gefährdet

Rote Liste - Rheinland-Pfalz: Status 2 - stark gefährdet

Rote Liste - Nordrhein-Westfalen: Status 2 - stark gefährdet

Rote Liste - Tschechische Republik: Status 2 - stark gefährdet

 

Anmerkung:

Gerne könnt ihr Eure persönlichen Funde bei uns melden, wir freuen uns darüber.

E-Mail: lorcheln@gmail.com

 

Kleine schwarze Lorchel in der Kiesgrube, Helvella corium, Helvella alpestris
Kleine Fruchtkörper, 0,8 cm hoch und ca. 0,4 cm im Durchmesser.
Ledrige Lorchel im Moos, Helvella corium, Helvella alpestris, bei Ostsee Pilze
2 cm groß und die Zotten am Rand sind gut ausgeprägt.
Neu Ledrige, schwarze Lorchel, Helvella corium, Helvella alpestris, bei Ostsee Pilze
Im Alter und bei feuchter Witterung, am Rand dunkler.
Ledrige, becherfömige Lorchel, Helvella corium, Helvella alpestris, bei Ostsee Pilze
Der Stiel zur Basis hin dünner und manchmal mit kleinen Rippen.
Außenseiten der schwarzen Lorchel, Helvella corium, Helvella alpestris, bei Ostsee Pilze
Frische Fruchtkörper im Moos, auf Kiesboden.
Ledrige Lorchel, Helvella corium, Helvella alpestris, bei Ostsee Pilze
Sporenreifer Fruchtkörper, 3,5 cm im Durchmesser.
Querschnitt der Ledrige Lorchel, Helvella corium, Helvella alpestris, bei Ostsee Pilze
Querschnitt, schwarze Fruchtschicht und immer weißes Fleisch.
Weiße zottige Außenseite der Ledrige Lorchel, Helvella corium, Helvella alpestris, bei Ostsee Pilze
Weißzottige Außenseite, unter der Lupe gut zu sehen.
Sporen der ledrigen Lorchel, Helvella corium, Helvella alpestris, bei Ostsee Pilze
Sporenbild von Hartmut Schubert.

 

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