Hochgerippte Becherlorchel

Helvella acetabulum - Quél. 1874


Hochgerippte-Becherlorchel-Helvella-acetabulum-Lorcheln-Ostsee-Pilze

 

Beschreibung:

Diese prächtige Lorchel kann bis 15 cm im Durchmesser und 10 cm hoch wachsen, zunächst ist der Stiel nicht zusehen, da er noch tief im Boden oder im Laub steckt. Wenn sie sich aus dem Boden drücken, ist die Becherform noch nicht zu sehen, denn sie wirken zusammengedrückt. Im Alter oft unregelmäßig flatterig ausgebreitet. Die Fruchtschicht ist glatt, graubraun, dunkelbraun oder auch rotbraun, die Außenseite ist gleichfarbig, zum Stiel hin ausblassend, fein kleiig, jung sind sie am Rand sogar fein flaumig. Der Stiel mit deutlichen scharfkantigen weißen bis ockerfarbig Längstrippen. Die Stielrippen wachsen in den Becher hinein, aderig, oben verzweigend und nicht selten bis hoch zum Becherrand, Innen gekammert und hohl. Verwechslung mit der Helvella costifera möglich, die Rippen sind bei ihr grauer und etwas stumpfer. Einzeln bis gesellig wachsend, bei guter Witterung sogar in Massen. 2013 konnte ich an einer Stelle unter einer jungen Eiche, 191 Stück zählen. Die beschriebene Art, ist die häufigste der gerippten Becherlorcheln und schon makroskopisch gut gekennzeichnet. Manche Leute sammeln sie für Speisezwecke, ich rate aber immer davon ab, Lorcheln zu essen.

 

Verw.: Möglich mit der seltenen weißgrauen Becherlorchel - Helvella costifera.

 

Hab.: Sapr. am Boden wachsend, in Buchenwäldern, bei jungen Kiefern und Fichten, auch unter Alnus glutinosa, Crataegus an Seeufern. In verlassenen Sandgruben, auf Brandstellen, auf Mergel-, Kalk-, Kreide-, Ton- und Lehmboden. Kalk liebend, aber nicht notwendig.

 

Frukt.: April bis Mitte Juni. Die ersten Fruchtkörper erscheinen bereits mit dem Blühen vom Löwenzahn, quasi zur Morchelzeit.

 

Vork.: Zerstreut in ganz Deutschland. Seit April 2017 ist es für mich eindeutig, dass die Helvella acetabulum mit Abstand die häufigste Lorchel ist, die man zumindest in dem Wismarer Umland finden kann. Tägliche Funde, in den verschiedensten Biotopen gehörten zu der Tagesordnung.

 

Rote Liste - Niedersachsen: Status 3 - gefährdet / im Flachland

 

Mikro Beschreibung:

 

Asci achtsporig, 270 x 320 x 15 - 20 µm, J -.

 

Sporen hyalin, breitelliptisch, glatt mit 1 Tropfen, 17,5 - 19 (20,5) x 11,5 -13,5 µm

 

Paraphysen zylindrisch, septiert und an der Basis verzweigt, Spitze schwach keulig 6 - 8 µm verdickt.

 

Anmerkung:

Mitte Mai 2017 konnte ich im Wismarer Bürgerpark, ca. 20 weiße und etwa 500 normal gefärbte, braune Becherlorcheln finden. Bilder sind weiter unten zu sehen. Albinoformen kommen wie bei Mensch und Tier, auch im Reich der Pilze vor.  Mikroskopisch konnte ich keine großen Unterschiede feststellen. Ich habe von den Weißen und den Braunen, je 12 Stück von der gleichen Wiese miteinander verglichen. Im Schnitt waren die Sporen bei den Weißen um 1-2 µm kleiner und der Öltropfen um 1µm etwas größer. Außer dem fehlenden Pigment, passte alles.

 

Bild von der Hochgerippten Becherlorchel, Helvella acetabulum, Pilze im Frühjahr. neu 2018
Weiße albino hochgerippte Becherlorchel, Helvella acetabulum var. alba 05.05.2018
Hochgerippte Becherlorchel, Helvella acetabulum, Lorcheln bei Ostsee Pilze
Weiße Lorchel, Helvella acetabulum var. alba, 05.05.2018 Ostsee Pilze Online
Helvella acetabulum, Hochgerippte Becherlorchel, bei Ostsee Pilze.
Sporen unter dem Mikroskop, Hochgerippte Becherlorchel, Helvella acetabulum.

 

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