Pilztagebuch - 2. Quartal 2017


30.06.2017 Dauerregen seit über 24 Stunden und es soll noch bis morgen Abend so weitergehen. Ein Träumchen! Wir konnten uns bis dato zwar nicht über Trockenheit beklagen, aber dieser anhaltende Regen, setzt dem ganzen noch die Krone auf. Die Wärme liebenden Arten werden es in diesem Jahr zwar schwer haben, aber für die Speisepilzsammler und für Freunde der Schlauchpilze, kann es nicht besser laufen dieses Jahr. Heute war ich nur kurz mit Regenschirm, eine kürzlich gefundene Pezizastelle, nach weiteren Exemplaren abzusuchen. Ich war bis auf die Knochen nass, aber die gewünschten Becherlinge konnte ich nicht finden. Die Zwangspause werde ich nutzen um etwas an der Homepage zu bauen, neue Funde einfügen und alte Bilder mit neuen austauschen.

 

29.06.2017 In den Wäldern ist im Moment nicht viel zu finden, ein richtiges Tief. Das sollte sich aber ab Mitte nächster Woche ändern. Letzte Woche gab es Regen und jetzt am Nachmittag gab auch einen kräftigen Regenguss. Wenn man dem Wetterbericht trauen kann, folgen in der Nacht weitere Regenfälle. Gestern und heute war ich sehr lange unterwegs und konnte verschiedene und spannende Borstlinge finden. Sehr erfreulich waren schön stachelige und Rundsporige Exemplare dabei. Ich habe zu Allen einen Arbeitsnamen, aber sicher bin ich mir mit meiner eigenen Bestimmung noch nicht. Heute Nachmittag werde ich noch nach Rehna rüberfahren und Torsten Richter einige Proben vorbei bringen. Eine kürzlich von mir besuchte Tongrube war leider viel zu trocken, aber nach dem jetzigen Regen, könnte sich das dort ebenfalls ab nächster Woche interessanter gestalten.

 

26.06.2017 Gestern bin ich noch in die Gegend vom Klaasbachtal gefahren, bis auf ein paar überständige Täublinge gab es kaum Pilze. Woolhop'scher Borstling war das Einzige, was interessant war. Heute vor einem Jahr fand ich den Nadelwald-Röhrling bei Beidendorf, bei meinem heutigen Kontrollgang konnte ich ein sehr kleines Exemplar entdecken. Nächste Woche wird er für ein Bild groß genug sein, es sei denn, die Schnecken machen sich drüber her. Paar Zeilen und einige Bilder von der pilzarmen Rügentour, sind unter der Rubrik -Sonstiges- unter dem Thema Waldgebiete zu finden. Die nächste Tour auf die Insel ist schon geplant und heute schon das Hotelzimmer gebucht. Ich freue mich jetzt schon drauf, wieder in den Kreidegruben unterwegs zu sein. Die Pilzelage in den Wismarer Parkanlagen ist deutlich schlechter statt besser geworden. Letztes Jahr um diese Zeit, mit kaum Niederschlag, war deutlich mehr zu finden.

 

24.06.2017 Wir haben seit Wochen fast perfektes Pilzwetter und ich lege heute in drei Waldgebieten eine Nullnummer hin. Klar gab es Täublinge, Perl- oder Steinpilze, aber tolle Sachen gab es nicht. Ich holte die Kamera heute nicht aus dem Rucksack, nicht weil es auch manchmal kurz geregnet hatte, es war einfach nur langweiliges Zeug dabei. Heute ging es in Richtung Süden und Morgen geht es in Richtung Rostock, mal schauen ob in der östlichen Ecke von Nordwest-Mecklenburg mehr los ist.

 

23.06.2017 Die letzten Tage war ich auf der Insel Rügen und erkundete unter anderem die Kreidegruben. In erster Linie suchte ich, in diesen sehr speziellen Biotopen, nach Schlauchpilzen aller Art. Viele Frischpilze konnte ich dort und in den Wäldern nicht ausmachen, aber das lag wohl eher an der dort herrschenden Trockenheit. Laut Wetteraufzeichnungen soll es dort letzte Woche gut geregnet haben, aber die Böden waren dennoch sehr trocken. Einen ausführlichen Reisebericht werde ich übers Wochenende schreiben. Jetzt am Nachmittag muss ich noch einige Sachen erledigen und am Abend werde ich noch ein paar Proben mikroskopieren. Morgen muss ich erst ein mal einen Blick in zwei Wälder werfen, die ich eigentlich schon am letzten Wochenende besuchen wollte. Dort wird sich bestimmt schon eine Menge getan haben. Ich bin gespannt, was es Morgen alles zu entdecken gibt.

 

19.06.2017 Die letzten Tage herrscht Strandwetter und frische Pilze machen sich langsam rar. Hier und da paar Hexenröhrlinge, Steinpilze oder einige Perlpilze. Am interessantesten waren blasse Pfifferlinge unter Buchen und ausgewachsene grauweiße Becherlorcheln (Helvella costifera). Dank Torsten aus Rehna, haben die in der letzten Woche gefundenen Borstlinge, auch Namen bekommen. Es tauchen nun vermehrt Becherlinge der Gattung Peziza auf, momentan handelt es sich aber nur um die häufige P. succosa oder P. michelii. Die nächsten Tage werde ich noch mal zum Glattstieligen Hexenröhrling und in einen für mich neuem Gebiet, nach seltenen Pilzen ausschau halten.

 

16.06.2017 Letzte Nacht hat es tatsächlich noch für eine gute Stunde geregnet. Meine heutigen Abstecher in verschiedene Reviere waren sehr frustrierend. Es gab bis auf ein paar Ritterlinge unter einer Buchehecke und ein paar Steinpilzen unter Eichen nichts. Morgen bin ich zeitlich eingespannt, dennoch habe ich gegen Mittag ein 60-minütiges Zeitfenster. Das Problem ist, dass ich noch nicht weiß, wo es sich lohnen könnte. Im Momenten ist es echt schwer, etwas Spannendes zu finden. Mal sehen, wo es mich hinverschlägt und ob oder was es zu finden gibt.

 

15.06.2017 Bei warmen 26 Grad und Sonnenschein erkundete ich, ein für mich neues Waldgebiet zwischen Wismar und Rostock. Ein Traum für Becherlinge und Co. Auch seltene Röhrlinge und andere Raritäten können in diesem Gebiet wachsen. Abgesehen von der Mückenplage, war es wirklich herrlich und es war mit Sicherheit nicht mein letzter Besuch in diesem Bachtal. Zwei interessante Borstlinge konnte ich finden, die ich hoffentlich bald bei Namen benennen kann. Heute Abend soll wieder ein Regenband mit Gewitter über Wismar ziehen, ich bin gespannt, ob und wie viel wir abbekommen. Es herrschen momentan wirklich gute Bedingungen für das Pilzwachstum und spätestens ab Juli, geht bei vielen Asco's die Post ab.

 

13.06.2017 Bei recht starkem Wind bin ich gestern Nachmittag in ein Bachtal bei Neukloster gefahren. Ich kann nicht sagen, was schlimmer war, die tausend Mücken die einen ständig begleiteten oder die Tatsache, dass ich nicht einen Pilz aufspüren konnte. Letztes Jahr war es schon schlimm mit den Mücken, aber das wird in diesem Jahr wohl noch übertroffen. Das feuchtwarme Wetter der letzten Tage wird halt nicht nur von den Pilzen geschätzt. Heute kontrollierte ich das Wachstum von der wollfilzigen Lorchel (Helvella villosa), großartig gewachsen sind sie nicht, aber es haben sich auf dem Rasen, zwischen hohem Gras neue dazu gesellt. Mal sehen, ob ich es morgen zeitlich schaffe zum Schaalsee zu fahren. Dieses interessante Gebiet, hat bestimmt schon was zu bieten.

 

11.06.2017 Gestern ging es in die Gegend Warin und Sternberg. Nichts Besonderes dabei gewesen und die gefundenen Schildborstlinge, habe ich abends nicht bestimmt bekommen. Also das war ein Reinfall! Heute ging es mit den Kindern zum Schloss Wiligrad. Leicht bewölkt und mit 26 Grad recht warm. Bester Fund des Tage war ein Glattstieliger Hexenröhrling. Naja was heißt bester Fund, viel mehr gab es an frischen Pilzen auch nicht. Tief im Moos unter Eiche, konnte ich noch ein paar Exemplare vom gelbmilchenden Becherling (Peziza succosa) finden. Mit etwas Glück bekommt der Westen von Mecklenburg-Vorpommern, am Abend noch Gewitter mit etwas Regen ab. Morgen muss ich nach Rostock, aber das werde ich auf dem Rückweg ausnutzen und noch ein bestimmtes Waldgebiet ansteuern.

 

09.06.2017 Das Wetter ist aus der Sicht von Pilzsammlern perfekt. Schwülwarme Luft und immer mal wieder leichter Regen. In anderen Region Norddeutschlands hat es in den vergangenen Tagen auch Gewitter mit deutlich mehr Niederschlag gegeben. Die letzten Tage war ich ohne Erfolg auf der Suche nach Becherlingen. Dafür konnte ich um die 20 kleinen Lorcheln, der Art Helvella chinensis, finden. Mal schauen, wie sie sich bei diesem Klima entwickeln. Morgen geht es in Richtung Lübeck, da hat es die letzten Wochen deutlich mehr geregnet. Bin gespannt, was es dort Schönes zu entdecken gibt.

 

07.06.2107 Das Wetter spielt ganz gut mit, immer mal wieder etwas Regen und Sonne. Wismar bekommt zwar wie immer nicht so viel ab, wie die anderen Regionen in Mecklenburg-Vorpommern, aber man möchte nicht klagen. Im groß und Ganzen ist die Wetterlage optimal für die Pilze. Am Sonntag habe ich an einer Wegböschung (Mischwald mit Fichten und Buchen) ein Dutzend Lorcheln gefunden, mit denen ich nicht so richtig glücklich bin. Makroskopisch steht sie zwischen Helvella confusa und Helvella oblongispora. Mikroskopisch komme ich auf H. confusa. Diese bleibt aber auch im Alter becherförmig und die Gefundenen waren wie Scheibenlorcheln geformt, eng an der Böschung sitzend, weit ausgebreitet, auf dem Substrat liegend und der Stiel tief im Moos oder in der Erde. Nicht ein Exemplar, sondern um die 10 und alle waren so. Heute Abend werde ich mich noch ein mal ans Mikroskop setzen und hoffentlich eindeutige Ergebnisse haben. Gestern kontrollierte ich eine seit Jahren produktive Stelle, an der die doch recht seltene Wollfilze Lorchel (H. chinensis) wächst. Wirklich winzige ca. 1 bis 2 mm große Fruchtkörper sind bereits zu sehen. Da es gestern gerade leicht regnete, konnte ich keine Bilder machen. Ich werde am kommenden Sonntag wieder hin und hoffen das sie noch stehen und gut gewachsen sind.

 

04.06.2017 Gestern und in der Nacht, gab es flächendeckend Regen für Mecklenburg-Vorpommern. Gestern inspizierte ich mit den Kindern einige Waldgebiete. Nun ja, es tut sich was, aber man muss schon wirklich suchen, um was zu finden. Kleine frische Fruchtkörper von der Helvella costifera gab es und einige Schildborstlinge, an denen ich beim mikroskopieren verzweifelte. Ansonsten gab es die gängigen Sachen wie Hexenröhrlinge, Sommersteinpilze und paar Frauentäublinge. Durch den Regen werde ich ab Ende nächster Woche mehr in den sandigen Wäldern unterwegs sein. Morgen soll das Wetter ganz gut werden und geht es in einen Fichtenwald auf Kalkboden und mit etwas Glück, kann ich noch mal bessere Bilder von der Helvella oblongispora machen. Die Chancen stehen gut.

 

01.06.2017 Viel Zeit hatte ich die letzten drei Tage nicht, um lange in den Wäldern unterwegs zu sein. Viel ist momentan ohnehin nicht los, hier und da mal ein Hexenröhrling oder ein Perlpilz. Da es Morgen wieder ein sehr sonnenreicher Tag werden soll, mache ich mich morgen Vormittag in Richtung Rehna auf und werde mit Torsten Richter eine Tour durch ein Bachtal machen. Ich bin guter Dinge und auch ziemlich sicher, dass wir was finden werden. Ich hoffe, dass wir mitunter auch was Interessantes dabei haben werden.

 

29.05.2017 Heute war ich im Auwald, um das Wachstum der Peziza lividula zu kontrollieren. Es sind neue Fruchtkörper dazu gekommen, aber keine in Bildqualität. Auch wenn es noch etwas früh ist, folgte ich den Bachlauf mit Gummistiefeln, auf der Suche nach den Schlammbecherling (Peziza limnaea). Von Peziza keine Spur, aber an der Innenseite der Bachböschung, konnte ich kleine o,5 cm große Becher der Gattung Tarzetta finden. Im nassem Schlamm mit ein wenig Moos, im Wurzelbereich von Fraxinus oder Alnus. Ob ich beim mikroskopieren zu einem Ergebnis komme, weiß ich nicht. In den Parkanlagen starten nun neben Steinpilzen und Hexenröhrlingen, auch die ersten Täublinge und Perlpilze durch. Mal schauen, ob wir morgen etwas von den angesagten Niederschlägen abbekommen.

 

28.05.2017 Temperaturen bis 30 Grad, aber von dem angekündigten super Gewitter, keine Spur. Blauer Himmel und ein paar Schleicherwolken am Nachmittag, das war's! Ob da noch was kommt, keine Ahnung. Bei den Wetterprognosen ist von Gewitter oder Regen, keine Rede mehr. Mir persönlich soll es egal sein, ich suche da, wo sowieso Wasser ist. Für die Entwicklung des momentan einsetzenden Röhrlingsschubs ist es natürlich alles andere als günstig.

 

27.05.2017 Der Sommer ist eingezogen, traumhaftes Wetter und die Temperaturen kletterten heute auf 29 Grad. Das Beste daran ist aber, dass es morgen gleich kräftige Gewitter bei uns geben kann. Ein Träumchen, für alle Pilzverrückten. Sollte es wirklich so kommen, wie angekündigt, dann gibt es mal keinen Grund zu klagen. Das Wetter spielt momentan super mit, nur das allgemeine Pilzaufkommen hält sich noch in Grenzen. Meine Waldgänge der letzten Tage waren ziemlich mau. Dies sollte sich aber bald schlagartig ändern, denn die ersten Steinpilze und Hexenröhrlinge brechen nun in den Parkanlagen durch den Boden. Wenn morgen wirklich kräftiger Regen bei uns fallen sollte, dann geht es ab nächster, spätestens übernächster Woche in den Wäldern los.

 

25.05.2017 Obwohl es gestern und heute kaum Frischpilze gab, war ich doch mehr als zufrieden in den letzten Tagen. Ich konnte die Kurzgerippten Lorcheln, Helvella confusa und Helvella oblongispora erstmals für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern nachweisen. In den Verbreitungskarten gibt es bisher keine Funde aus ganz Norddeutschland. Zu meiner Freude gab es auch noch schöne Becherlinge (Peziza badioconfusa). Bei warmen und sonnigen 22 Grad, war ich am Nachmittag noch in Rehna. Ein Bierchen und eine kurze Runde durch den Wald, mit Torsten Richter und meinen beiden Kindern. Da heute echt schönes Wetter ist, werde ich noch mit der Familie etwas unternehmen. Euch allen ein schönen Herrentag und ggf. ein langes Wochenende.

 

23.05.2017 Heute feiert der Steinpilz-Wismar, 70 Jahre Pilzberatung in der Hansestadt. Gerne hätte ich an dieser Veranstaltung teilgenommen, aber ich musste am Nachmittag unerwartet zu meiner Mutter fahren. Gesundheit und Familie geht vor. Dabei ging der Tag so wunderbar mit Sonnenschein bis 23 Grad los. Ich besuchte am Vormittag unter anderem die Wismarer Parkanlagen, aber da ist noch nichts los. 2 Netzhexen und ein Exemplar vom Fahler Röhrling auf dem Wismarer Friedhof. Zum Mittag fuhr ich in ein Wäldchen mit einem kleinen Bachlauf und suchte nach Becherlingen. Nüscht, tote Hose. Nur ein paar alte Tintlinge konnte ich sehen. Bei der Gelegenheit schaute ich noch an dem Fundort von Peziza lividula nach, nur 2 kleine Fruchtkörper standen. Am späten Nachmittag kam noch ein kurzes Gewitter über Wismar rüber, es kam nicht viel Regen, aber lieber wenig, statt überhaupt keinen Niederschlag.

 

21.05.2017 Traumhaftes Wetterchen hatten wir das ganze Wochenende. Gestern inspizierte ich einige potenzielle Wälder, in dem ich hoffte, ein paar Becherlinge aufspüren zu können. Nichts, nicht einen Becher, dafür wieder Massen an Hochgerippten Becherlorcheln (Helvella acetabulum) und zwei neue Ecken mit Rippenstieligen Lorcheln (Helvella solitaria). Letzteres gilt allgemein als nicht häufig bis selten, aber zumindest in diesem Jahr und in dem Wismarer Umland doch relativ häufig. Heute Vormittag ging es auf dem Rostocker Friedhof, natürlich wurde auch dort nach Pilzen Ausschau gehalten und tatsächlich gab es ein Exemplar vom Fahlen Röhrling. Nichts Neues, aber diesen Schönen musste ich im Bild festhalten. Auf dem Rückweg habe ich noch den Standort von Peziza gerardii kontrolliert, aber da war noch nichts. Ich weiß auch nicht, ob die Art standorttreu ist und überhaupt dieses Jahr dort wieder wächst.

 

19.05.2017 Gestern Abend und in der Nacht kamen gut 20 Liter Regen vom Himmel und am Tag wurde es gleich wieder schön warm, auch wenn sich das ab morgen erst mal wieder ändern soll. Heute Morgen habe ich noch Bilder von Napfbecherlingen gemacht, die momentan recht häufig unter alten Eichen wachsen. Da ich mich heute nicht so gut fühle, weiß ich noch nicht, ob ich am Nachmittag noch mal nach Pilzen gucken werde.

 

18.05.2017 Ausflüge in verschiedene Waldgebiete standen heute an, bei Schwerin, bei Rostock, Auwald bei Wismar und an den Schweriner See. Frische Pilze gab es kaum, aber dafür reichlich Sonne bei 28 Grad.

 

17.05.2017 Pilzwetter vom Feinsten, in den letzten Tagen! In einer Woche werden die Pilze buchstäblich aus dem Boden schießen und man weiß gar nicht, welche Stellen man zuerst absuchen soll. Regen und Sonne geben sich die Klinge in die Hand und die Luft ist richtig schwülwarm, also das ideale Pilzwetter. Morgen wird es noch etwas wärmer und dann steigt die Gewittergefahr zum Abend wieder, wenn da noch mal paar Liter runterkommen, haben wie hier ein schönes Fundament. In den letzten zwei Tagen bin ich bei leichtem Regen nur im Wismarer Stadtgebiet unterwegs gewesen und konnte neue Ecken von der Rippenstieligen Lorchel entdecken und gestern weiße Becherlorcheln. Auch wenn ich die H. acetabulum nicht mehr sehen kann, weil ich sie in den letzten Wochen wirklich jeden Tag und in fast jedem Biotop gefunden habe, war es doch etwas Besonderes, was man nicht jeden Tag sehen kann. Morgen geht es auf die Suche nach Kronenbecherlinge und wenn es die nicht gibt, vielleicht ein paar andere spannende Becher.

 

14.05.2017 Muttertag und was liegt näher, als seine Mutti zu besuchen und frische Blumen zubringen. Also ging es heute bei viel Sonne und 22 Grad erst mal nach Rostock. Wenn ich schon mal auf der Ecke bin, dachte ich mir, und so fuhr ich mit den Kindern gleich noch ein paar Ecken, an dem ich lange nicht war. Die sandigen Regionen, wo es die letzten Tage keinen Regen gab, sind schon ziemlich trocken und damit auch so gut wie pilzfrei. Anschließend ging es in einen Auwald und mir fiel ein, das Peziza lividula schon wachsen könnte. Nach einigen Metern am Hang entlang konnte ich auch prompt das erste Exemplar entdecken. In Küstennähe stehen sogar noch viele Käppchenmorcheln und das auch noch in einem sehr guten Zustand.

 

13.5.2017 Gestern war Familientag und wir fuhren nach Schleswig-Holstein. Seit heute Nacht sollten eigentlich starke Regenfälle übers Land ziehen. Es soll wohl auch irgendwo was runtergekommen sein, aber Wismar hat nicht einen Tropfen abbekommen. Lübeck, Schwerin und Rostock hatten Regen, nur Wismar in deren Mitte nicht. Nun ja, was soll's. Heute kontrollierte ich die Brandstelle mit den kleinen Grubenlorcheln und nahm auch welche zu mikroskopieren mit. Sie sind nicht mehr gewachsen, nur älter geworden, aber trotzdem völlig unreif. Die Lorcheln scheinen durch irgendwas gestört zu sein und entwickeln sich ab einem bestimmten Punkt nicht weiter. Die Hochgerippten Becherlorcheln im Bürgenpark haben ihren Wachstumshöhepunkt des Jahres erreicht. Hunderte stehen auf dem kurz gemähten Rasen unter Eichen und verteilen ihre Sporen. Des Weiteren konnte ich am Vormittag, riesige Rippenstielige Lorcheln im Stadtgebiet finden. Mittlerweile nichts Besonderes mehr, aber zumindest ein neuer Fundort für die Verbreitungskarten. Am Nachmittag fuhr ich zu Torsten nach Rehna und wir mikroskopierten die Sandborstlinge zusammen.

 

11.05.2017 Auf dem Weg in mein heutiges Zielgebiet besuchte ich noch den Standort von der Helvella spadicea. Die kalte Witterung der letzten Wochen hat die Lorcheln quasi konserviert. Der Großteil war in bester Qualität, ob große oder kleine. Auch von den Rippenstieligen Lorcheln (Helvella solitaria) gab es mehr als reichlich zu bestaunen. Etwas weiter unter Kiefern, standen Hunderte von den Schwarzweißen Becherlorcheln (Helvella leucomelaena) und nebenbei sah ich auch handtellergroße Butterröhrlinge. Am Nachmittag habe ich im Seeblickpark noch Napfbecherlinge (Tarzetta catinus) gefunden. Aber der schönste Fund des Tages waren schöne Sandborstlinge der Gattung Geopora. Nach kurzem Mikroskopieren kam ich auf G. sepulta, aber sicher kann ich das noch nicht sagen. Heute Nacht setze ich mich noch mal ran und werde auch Torsten Richter fragen, ob er sich ein paar frische Fruchtkörper, genauer anschauen kann.

 

10.05.2017 Heute hatte ich ein Zeitfenster von 3,5 Stunden und ich machte mich bei leichten Regen, in ein Waldgebiet mit Buchen und Eichen auf. Ich bewegte mich hauptsächlich auf den von der Forst genutzten Wegen. Da die Waldwege teilweise mit Schotter aufgefüllt wurden, standen die Chancen gut. Pilze gab es reichlich, nur leider nicht das was mich großartig interessiert und die Lorcheln oder Becherlinge, die es heute auch reichlich gab, kenne ich mittlerweile mehr als genug. Trotzdem nahm ich mir einige Exemplare mit, um weiter am Mikroskop zu üben. Morgen soll es sonniger und wärmer werden. Wenn alles zeitlich gut passt, werde ich mich morgen gleich wieder in ein für mich neues Waldgebiet aufmachen. Pilze gibt es ja genug, ich lasse mich mal überraschen.

 

09.05.2017 Inzwischen zeigt sich die Sonne immer öfter und begleitet einen durch den Tag, aber die Temperaturen lassen weiterhin zu wünschen übrig. Gerade am Wasser, wo der Nordost-Wind noch recht frisch weht, ist es im Schatten echt kalt. Gestern war ich in einigen Schluchtwäldern unterwegs. So wirklich spannend war es nicht, hier und da mal ein paar alte Tintlinge und an Baumstubben einige Schwefelköpfe. Im nassen Laub standen richtig frische und makellose Becher der Gattung Peziza. Der Standort im Buchenwald und die mikroskopischen Daten passen bestens zu Peziza arvenensis. Nichts Besonderes, aber lieber so, als nichts zu finden. Heute war ich in Strandnähe unterwegs und kontrollierte alte Brandstellen. Diese Tour war nicht produktiv, nur paar olle Maipilze und überständige Käppchenmorcheln. Für Morgen habe ich mir ein Waldgebiet mit Kalkboden ausgesucht. Dies könnte in puncto Lorcheln und Becherlinge lohnenswert werden.

 

06.05.2017 Nachdem der starke Wind der letzten Tage nachgelassen hat, ist es deutlich milder geworden. 12 Grad und zwischendurch kam auch mal die Sonne raus. Eigentlich wollte ich heute nach Rostock, aber dies haben wir auf morgen verschoben. Stattdessen kontrollierte ich ein paar Stellen im Wismarer Umland und zu meiner Überraschung stehen die kleinen Grubenlorcheln auf einer alten Brandstelle wieder. Es ist das dritte Jahr in Folge, an dem ich sie da beobachten kann und feststelle, dass sie echt winzig bleiben. Höchstens um die 3 cm. Dieses Jahr habe ich die Möglichkeit, sie zu mikroskopieren und mal sehen, ob die Mikroskopischen Merkmale mit der "normalen" Helvella lacunosa, übereinstimmen. Auch gibt es interessante Neuigkeiten über die Scheibenlorchel (Discina parma). Jürgen Dittmar aus Neuburg a.d.Donau beobachtet nun schon das achte Jahr in Folge, das Wachstum der seltenen Pilzart. Neu ist, dass sie sich in den letzten Jahren, in diesem Waldgebiet ausgebreitet hat. Das interessanteste an der Sache ist, dass sie nicht nur wie bekannt, die Pappel und die Buche als Wirt bevorzugt, sondern anscheinend auch auf Birke wächst. Hätte Jürgen es mir nicht auf einem Bild gezeigt, hätte ich es kaum geglaubt. Auch Hartmut Schubert aus Harzgerode, konnte einen neuen Standort für die Parma sicher machen. Dies bestätigt mich in meinen Vorhaben wieder aufs Neue, dass es sich lohnt, gewisse Pilzarten über Jahre zu beobachten. So, Wetter soll Morgen ganz anständig werden und es gibt morgen sicher wieder neue Sachen zu entdecken.

 

05.05.2017 Heute Vormittag gab es Dauerregen über Wismar. Am Nachmittag machte ich mich, in das ca. 20 Kilometer entfernte Zielgebiet auf. Ein für mich neuer und vielversprechender Wald, mit Eichen, Buchen und sehr viel Totholz, was in unseren Wäldern fast schon Mangelware ist.  Da die Hänge durch den Regen sehr matschig waren, habe ich diese nicht abgesucht, aber ich werde dort in spätestens zwei Wochen wieder hin. Morgen werde ich nach Rostock, kurz mit den Kindern meine Mutter besuchen und danach habe ich noch zwei kalkhaltige Waldkanten, die ich mir genauer anschauen muss. Auch wenn es mit 5 Grad immer noch sehr kalt für den Monat Mai ist, ist es für Becherlinge und Co, perfekt.

 

04.05.2017 Seit dem Nachmittag fällt in Wismar leichter Regen, nicht viel, aber mit den für Morgen angesagten Regen, wird einiges zusammenkommen. Wenn das Wetter morgen nicht ganz so nass wird, habe ich mir schon ein schönes Waldgebiet ausgesucht. Da könnte es das Eine oder Andere geben.

 

03.05.2017 Heute bin ich zu der Steilküste zwischen Wohlenberg und Boltenhagen. Becherlinge standen auf dem Programm. Obwohl dicht am Wasser, war der Boden und der Hang sehr trocken. Der starke Wind fegt alles trocken und machte das Klettern auch nicht gerade leichter. Becherlinge konnte ich nicht finden, aber riesige Mengen an Käppchenmorcheln. Für Sammler wäre es eine leichte Ernte geworden, richtig große Exemplare von gut 20 cm standen alle paar Zentimeter. Und das in bester Qualität, da sie windgeschützt standen. Einige habe ich versehentlich umgetreten, da ich noch einige Erdsterne fotografiert haben. Anschließend bin ich noch in zwei anderen Biotopen unterwegs gewesen. Trotz des Windes war das Wetter Top und ein sehr artenreicher Pilztag liegt hinter mir.

 

02.05.2017 Von der Pilzfront gibt es, von meiner Seite, nicht viel. Gestern schien die Sonne und ich habe mit meiner Tochter das Fahrradfahren geübt. Nebenbei habe ich einige große Hexenringe von Maipilzen gesehen. Ich kontrollierte bei dieser Gelegenheit noch zwei Lorchelstellen, aber auf die ich warte, sind noch nicht zu sehen. Der Wind pfeift an der Küste recht frisch und da kommen ein paar Regentropfen, die jetzt am Nachmittag fallen, ganz gelegen. Wenn das Wetter Morgen mitspielt, werde ich in einem Erlenbruch fahren und hoffe, dort auf ein paar schöne Becher zu stoßen.

 

30.04.2017 Heute Morgen ging es früh los, um vor dem Treffen am Schweriner See, noch ein paar Becherlinge für Torsten einzusammeln. Das Wetter war top und es wird endlich etwas wärmer an der Ostsee, obwohl die Nächten weiterhin recht kühl bleiben sollen. Danach bin ich mit den Kindern Frühstück essen gegangen, um dann gestärkt und pünktlich um 10 am Treffpunkt zu sein. Mein persönliches Hauptaugenmerk lag darin, den violetten Kronenbecherling zu finden, aber den gab es leider heute nicht. Viel Zeit hatte ich nicht mit im Gepäck, weil meine Frau das Auto für die Arbeit brauchte. Am Nachmittag waren wir noch im Wismarer Stadtgebiet unterwegs und ich konnte zwei Ecken mit Maipilzen und eine neue Stelle von Peziza varia ausmachen. Da meine Tochter ein neues Fahrrad hat, geht morgen mal ohne Auto los und ich werde entlang der Ostsee nach Pilzen schauen.

 

29.04.2017 Heute Morgen telefonierte ich mit Benno Westphal und wir verabredeten uns spontan zu einer kleinen Pilztour, zu dem kürzlich von Benno gefundenen neuen Standort der seltenen Riesenlorchel, mit 8 Fruchtkörpern. Auf dem Weg dort hin, konnten wir noch jede Menge der Hochgerippten Becherlorchel aufstöbern. Kaum angekommen sahen wir die Apfelsinen großen Lorcheln stehen und nach kurzen suchen, wurde aus 8, ca. 20 Stück. Als Bonus gab es noch schöne Peziza's in allen Altersstadien. Tippe auf Peziza micropus. Ob ich mich heute Nacht noch ans Mikroskop setze, weiß ich noch nicht genau. Morgen früh geht es mit den Kindern gleich wieder weiter, zum Treffen mit Torsten Richter, Chris Engelhardt und den Rehna Pilzverein.

 

28.04.2017 Das kalte Aprilwetter hält weiter an. Gestern besuchte ich erneut die kürzlich gefundene Peziza-Stelle und sammelte noch einen Becher zum Mikroskopieren ein. So richtig reif waren die Sporen noch nicht und nur, um ganz sicher zu gehen, werde ich in einer Woche noch mal dort hin. Heute machte ich mich zu einem langen Fußmarsch auf, um in einem für mich neuem Gebiet, nach der Riesenlorchel (Gyromitra gigas) zu suchen. Leider war der weite Weg nicht von Erfolg gekrönt. Bessere Nachrichten gibt es aus Brandenburg, dort wurden kürzlich, an einer neuen Stelle, die seltenen Weißstieligen Lorcheln gefunden. Das dürfte für das Bundesland Brandenburg, der 8. Fundnachweis sein. Große Freude auch bei dem glücklichen Finder, der letztes Jahr die sehr seltene Schwarzweiße Scheibenlorchel gefunden hat. Sie sind am selben Fundort, dieses Jahr wieder erschienen und das sehr zahlreich. Dirk Arlinghaus kontrollierte die Stelle seit Februar, jede Woche. Umso erfreulicher, dass Dirk letztendlich nicht enttäuscht wurde und diese pilzige Rarität 2017 wieder am Standort beobachten und fotografieren konnte. Morgen soll das Wetter wieder ziemlich durchwachsen werden, aber auf die Pilzjagd, geht es mit den Kindern auch bei Regen. Mal schauen ob oder was wir morgen finden können.

 

26.04.2017 Der April zeigt, was er kann. Regen, Wind, Sonne und Schnee, alle 10 Minuten etwas anderes. Nur die Temperaturen bleiben konstant im einstelligen Bereich. Eine schöne Ansammlung von Becherlingen der Gattung Peziza konnte ich heute finden. Habe vorhin schon mal schnell rein geschaut, aber ein sicheres Ergebnis habe ich noch nicht. Am Nachmittag habe ich eine Stelle der Hochgerippten Becherlorcheln besucht, und sich haben die letzten Nachtfröste sehr gut überstanden. Sie scheinen sich von der anhaltenden Kälte nicht beeindrucken lassen, im Gegenteil, es werden immer mehr. Ab dem Wochenende soll es denn endlich wieder etwas milder werden.

 

24.04.2017 Heute hat meine Frau Geburtstag und für Pilze war nicht viel Zeit. Wir machten einen Tagesausflug nach Warnemünde, aber ich muss gestehen, dass ich in den Dünenbereichen, trotzdem nach Becherlingen Ausschau hielt. Die konnte ich zwar nicht finden, aber eine positive E-Mail, habe ich von Pilzberater Reinhold Krakow aus dem Steinpilz-Wismar erhalten. Benno Westphal konnte die Schildförmige Scheibenlorchel (Discina parma) nachweisen. Ein toller und vor allem seltener Fund für Mecklenburg-Vorpommern. Heute konnte ich ihn telefonisch nicht erreichen und versuche es morgen noch mal. Ich bin sehr gespannt, ob das Substrat Ahorn (Acer) war, oder ob sie vielleicht auch an Fagus oder Quercus wachsen können.

 

23.04.2017 Gestern war ich entlang der Ostsee unterwegs, auf der Suche nach Becherlingen und machte nebenbei einige Bilder von Morcheln. Das Wetter war mehr als wechselhaft, Sonne, Regen, wieder Sonne und ein recht frischer Wind, wehte einen um die Nase. Heute machte ich mich mit den Kindern, nach Rostock auf und bei dieser Gelegenheit, fuhr ich noch mal die neue Stelle der ledrigen Lorchel an. Es schieben sich weiterhin neue Fruchtkörper durch den Boden, ein toller Anblick.

 

21.04.2017 Mieses Wetter, wenig Zeit, aber eine schöne pilzige Überraschung gab es. Auf dem Weg nach Rostock habe ich kurz haltgemacht und schaute mir eine Ecke mit Weiden an. Auf der Suche nach Becherlingen, dem Erdboden nahe, mit Regenschirm und Taschenlampe, standen plötzlich etwas 30 Exemplare, der Ledrigen Lorchel vor mir. Ich war hin und weg, der Wind frischte auf und die Wolkendecke wurde immer dunkler. Nun musste es schnell gehen, ich fotografierte, was das Zeug hält, aber nach kurzer Zeit war Schluss. Da die Lorcheln nur eine maximale Höhe von nur knapp 3 cm hatten, musste ich relativ dicht am Boden knipsen und die Regentropfen landeten immer wieder auf der Linse. Unter dem Regenschirm war es zu dunkel und ich alles ein. Ein paar Bilder sind dennoch was geworden. Aber wie ich mich kenne, steuer ich die Stelle am Wochenende bestimmt noch mal an. Wer weiß, wann solche Gelegenheit wiederkommt.

 

20.04.2017 So das sollte es denn bis zum Herbst mit den Nachtfrösten gewesen sein. Heute war ich noch etwas nach Morcheln schauen und danach habe ich erneut den Standort, der kürzlich gefundenen Peziza aufgesucht und nach weiteren Fruchtkörpern Ausschau gehalten. Leider war der Weg umsonst, aber bei dieser Gelegenheit schaute ich wie die braunvioletten Lorcheln, die kalten Nächte überstanden haben. Schön sahen sie nicht mehr aus, sie haben also ordentlich und nachhaltig ein wegbekommen. Kleine Fruchtkörper schieben sich aber weiterhin durch den Sandboden und dürften nun rasch wachsen. Morgen muss ich nach Rostock und anschließend, werde ich noch ein Blick, in ein Küstenwäldchen werfen.

 

19.04.2017 In der Nacht waren es um die -2 Grad und ab dem Mittag gab es Sonnenschein, bei kühlen 8 Grad. Heute war ich unter anderem auf der Insel Poel und schaute an einigen Morchel- und Maipilzstellen nach. Es war mehr als ernüchternd! Hier und da mal ein paar Käppchenmorcheln, aber von Maipilzen und Speisemorcheln, keine Anzeichen. Keine Ahnung warum. Nun ja, vielleicht war es an den zuverlässigen Ecken, bisher einfach noch zu kalt.

 

18.04.2017 Gestern bin ich mit den Kindern, noch ein mal zum Stausee in der Nähe von Wismar gefahren und ich suchte am "alten" Standort der Helvella spadicea, jeden Quadratzentimeter nach Fruchtkörpern ab. Bei super Sonnenlicht konnte ich schnell einige Lorcheln finden. Etwa 40 Stück konnte ich aufspüren und auch schon zwei größere Exemplare fotografieren. Beim Fotografieren der Stielbasis konnte ich überraschend im Augenwinkel einen makellosen, aber sehr kleinen Becherling finden. Am Abend schaute ich ihn mir unter dem Mikroskop an und bin vorläufig zu Peziza granularis gekommen. Heute Abend werde ich noch mit Torsten Richter telefonieren und fragen, ob er einen Kontrollblick tätigt. Heute bei windigen 5 Grad, war ich nicht nach Pilzen, sondern nach einem neuen Auto schauen.

 

16.04.2017 Nach meinem gestrigen Besuch in Rostock, bin ich noch an das Klaasbachtal gefahren, um ein Peziza-Standort zu kontrollieren. Letztes Jahr konnte ich dort Peziza granularis finden, aber das wird wohl dieses Jahr, an diesem Fleck nichts werden. Die Forstarbeiter haben wieder gnadenlos zugeschlagen. Mit ihrem schweren Gerät haben sie nicht nur Hunderte Bäume entfernt, sondern auch die ganzen Wegränder, an dem diese seltenen Becherlinge wuchsen, völlig zerstört. Heute ging es mit den Kindern in Richtung Schwerin. Außer Tintlinge, gab es nichts an frischen Pilzen, aber in der Nähe einer Kiesgrube konnte ich zwei kleine Fruchtkörper von der Weißstieligen Lorchel finden. Anschließend kontrollierte ich noch den alten Fundort bei Wismar, um zu sehen ob da auch schon welche wachsen, aber da war nichts zu finden. Morgen soll es zwar nicht wärmer werden, aber dafür hat der Wind seit heute schon stark nachgelassen. Für Ostsermontag haben wir uns für einen Besuch auf der Insel Poel ausgesucht. Mal sehen, was es dort morgen gibt, Morcheln auf jeden Fall.

 

14.04.2017 Bei anfangs noch gutem Wetter ging es mit den Kindern entlang der Ostsee. Es war sehr windig und relativ schnell, schlug das Wetter um. Immer wieder wurde es richtig dunkel und kurze Regenschauer zogen übers Land. Zum Glück gab es nicht so viele Frischpilze, weil das Fotografieren mit dem Regenschirm, macht echt kein Spaß. Eine hübsche Hochgerippte Becherlorchel, musste ich dennoch ablichten. Es war sowieso schon dunkel und die Situation unterm Regenschirm, machte die Sache nicht besser. Morgen werden wir nach Rostock, meine Mutter besuchen. Eigentlich wollte ich davor in ein Waldstück, aber es soll morgen Vormittag ungemütlich werden. Ich gehe stark davon aus, dass ich denn auf dem Rückweg noch mal eine Ecke ansteuern werde. Eine die ich vom letzten Herbst noch in meiner Erinnerung, für den Frühling abgespeichert habe.

 

13.04.2017 Richtiges Aprilwetter herrscht im Nordosten Deutschlands. Windig, gelegentliche Regenschauer und zwischendurch schafft es die Sonne auch mal, durch die dicke graue Wolkendecke. Eigentlich ideales Pilzwetter, nur die Wärme fehlt. 8 Grad hatten wir auch im Februar, aber man muss ja nicht immer jammern. Wärmer wird es schon noch werden und bis dahin, kann sich der Boden mit Wasser versorgen. So ein oder zweimal im Jahr, essen wir auch mal Pilze und heute habe ich mir mit meinem Sohn, einen Korb Morchelbecherlinge gesammelt, sie scheinen den Wachstumshöhepunkt des Jahres erreicht zu haben. Handtellergroß waren sich und in bester Qualität, ca. 90% der Fruchtkörper waren makellos und nur wenige hatten mal ein Loch oder eine Schnecke dran. Mal schauen, wie das Wetter morgen mitspielt und wo es morgen mit den Kindern hingeht.

 

12.04.2017 Seit gestern haben wir mieses Wetter an der Küste, windig und gelegentlich fällt etwas Nieselregen. Viele Liter kommen da nicht zusammen, aber wenn es, wie angekündigt, so bleibt bis nächste Woche, dann könnte das durchaus ausreichen. Verregnet und nass soll es laut Wetterbericht bis nächste Woche bleiben, bei Höchstwerten von 11 Grad. Der Wind soll noch ein mal stärker werden, sodass sie für morgen eine Unwetterwarnung rausgegeben haben. Da der Wind aus westlicher Richtung kommt, brauchen wir uns wenigstens keine Gedanken wegen Hochwasser machen. Für Morcheln werde ich nach dem nassen Wetter keine Zeit mehr haben, weil dann werde ich Becherlinge jagen, die mit Sicherheit diese Wetterlage zu schätzen wissen.

 

10.04.2017 Gesten war es ein wolkenloser Tag in Westmecklenburg mit Temperaturen bis 22 Grad. Ich besuchte mit meinen Kindern einige Morchelstellen außerhalb von Wismar. Außer ein paar kleine Käppchenmorcheln, Tintlingen und Anemonenbecherlingen gab es nichts weiter. Anschließend ging es noch in einem Kiefernwald, um das Wachstum der Frühjahrslorcheln und Scheibenlorcheln zu beobachten. Die Scheibenlorcheln haben durch den fehlenden Regen und recht frischen Wind der letzten Tage ordentlich gelitten. Überraschend traf ich Pilzberater Reinhold Krakow vom Steinpilz Wismar mit seiner Familie im Kiefernwald. Ein netter und erfreulicher Zufall. Heute ist das Wetter ziemlich durchwachsen und morgen soll es schon die ersten leichten Schauer über der Müritzregion geben, das sind gute Anzeichen, dass ab am Mittwoch auch etwas über Wismar fällt.

 

08.04.2017 Bewölkt und frisch war es heute. Mehr als 12 Grad waren bei dem Wind und der dicken Wolkendecke einfach nicht drin. Unter jungen Kiefern standen heute viele Exemplare der schwarzweißen Becherlorchel - Helvella leucomelaena. Sehr gewundert habe ich mich, dass sie schon recht groß waren. Mehr überrascht war ich aber, als sich unter alten Pappeln, die erste kleine rippenstielige Lorchel - Helvella solitaria zeigte. So langsam kommt Bewegung in die Pilzwelt. Schade das es in unserer Region wieder kälter werden soll, das bremst natürlich das Wachstum einiger Arten. Für morgen habe ich schon einige Ziele, die ich mit den Kindern ansteuern könnte. Nur an welche es genau geht, entscheide ich morgen früh spontan. Da ich das Benzin auch nicht umsonst bekomme, muss ich immer gut überlegen, wo es Pilze geben könnte. Deswegen kann ich nicht alle potenziellen Stellen anfahren und absuchen. Mal sehen was und ob es morgen etwas an Pilzen gibt.

 

07.04.2017 Während in der Schweiz die Morcheln schon seit gut 2 Wochen geerntet werden und mittlerweile schon die ersten Maipilze in den Körben landen, tauchen die Morcheln jetzt erst in Norddeutschland auf. Zurzeit noch klein, grau und nur an sonnenexponaten Stellen zu finden. Bis sie in den kälteren Wäldern groß wachsen, wird es noch ein wenig dauern. Es wird wie in jedem Jahr, erst zum Monatswechsel lohnenswert werden. Am Wochenende soll es mit max. 17 Grad noch schönes Wetter werden, bis es ab Dienstag mit max. 8 Grad, nass und kalt weiter geht. Der Regen wird das Wachstum der Frühlingsarten ankurbeln, aber leider auch die Schnecken auf dem Plan rufen. Wir lassen uns überraschen und stöbern die Pilze auf die bei den jeweiligen Wetterbedingen wachsen.

 

06.04.2017 Trotz teilweise starker Bewölkung, kam nichts an Niederschlag vom Himmel. Heute fuhr ich nach Graal-Müritz, um die leuchtenden Prachtbecherlinge zu fotografieren. Nach mehreren Kilometern Fußmarsch und reichlich Zecken an den Beinen konnte ich nichts finden. Na ja was solls, so war ich mal mit meinem Sohn ein paar Stunden alleine, ohne Stress und bei super Sonnenwetter unterwegs. Dieses Thema ist für mich abgehakt und ich werde wie gehabt, nur in meinem Einzugsgebiet nach Pilzen suchen.

 

04.04.2017 Das Wetter war unerwartet gut heute, aber leicht kälter ist es geworden. Mit meiner Tochter konnte ich heute die ersten Hochgerippten Becherlorcheln des Jahres, in Wismar finden. Mit einem Durchmesser von einem Zentimeter, wird es noch eine Weile dauern, bis sie groß und ausgewachsen sind. Von den angesagten Regen für morgen ist keine Rede mehr, stattdessen soll es sehr windig werden.

 

03.04.2017 Das Wetter wurde heute von Stunde zu Stunde schöner, bis es am Nachmittag Sonne satt mit strahlend blauem Himmel gab. Höchstwerte lagen bei 12 Grad. Ich musste heute das Zweitauto etwas auf Vordermann bringen und nach der Autowäsche und Innenreinigung, drehte ich mit meiner kleinen Tochter eine Runde um den Mühlenteich in Wismar. Natürlich wanderten die Augen beim Eis essen am Boden entlang und dabei konnte ich die ersten Käppchenmorcheln, mit 2 cm Größe, finden. Nicht viel und von den Speisemorcheln noch nichts zu sehen, aber immerhin ein Anfang. Die Wetterlage ist gut und mit etwas Glück, gibt es Mittwoch sogar wieder einige Tropfen Regen, bevor es Donnerstag mit schönem Wetter weitergeht.

 

02.04.2017 Ein toller Tag war geplant, in der Nacht gab es Regen und zum Mittag sollte die Sonne rauskommen. Ich machte mich mit den Kindern vormittags in Richtung Rostock auf, um uns zur Mittagszeit mit einer kleinen Gruppe "Pilzverrückten" in Graal Müritz zu treffen. Auf halber Strecke knallte beim Überholen, das Kupplungsseil durch. Nachdem die gesamte Elektronik auch den Geist aufgab und unterm Auto eine große Pfütze Hydrauliköl lag, war es schnell klar, dass der Tag im Eimer ist. Die Kinder wurden von meinem Schwager abgeholt, damit sie nicht ewig an der Autobahn aushalten mussten. Nach langen 3 Stunden warten, wurde auch ich endlich vom gelben Engel abgeholt. Na ja, auch wenn das alles sehr teuer wird, bin ich froh, dass ich da durch keinen Unfall gebaut habe und das es meinen Kindern gut ging. Torsten Richter und Chris Engelhardt vom Pilzverein Rehna, Andreas Okrent und Reinhold Krakow vom Steinpilz Wismar, hatten jedenfalls einen super Tag. Es freute mich am Abend von ihnen zu hören und das, das Treffen ein voller Erfolg war, mit schönem Wetter, genialen Pilzen, netten Leuten und einer Kugel Eis.

 

01.04.2017 Gestern Abend ging es zum Pilzverein nach Rehna. Nachdem der Vereinsvorsitzende T. Richter das organisatorische abgearbeitet hatte, hat Chris Engelhardt eine Diavorstellung, über die Tier- und Pflanzenwelt von Sri Lanka präsentiert. Es war eine spannende und sehr interessante Sache. An dieser Stelle, noch ein mal danke dafür, Chris. Allgemein war es nach den gestrigen und stressigen Tag, ein toller Abend mit netten Menschen und Gesprächen. Heute dominierte wieder die Sonne, statt der angesagten Regenwolken. Deswegen machte mich heute Morgen auf, zum 01.04. die erste Morchel zu finden, aber leider nichts. Morgen fahre ich paar Kilometer zu Andreas nach Graal Müritz. Eigentlich mag ich es nicht, Pilze zu fotografieren, die ich nicht selber gefunden habe, aber bei solch einem Fund, muss ich das mal machen. Andreas fand vor ein paar Tagen, den leuchtenden Prachtbecherling. Für die südlichen Regionen Deutschlands, nichts Besonderes, aber für Mecklenburg-Vorpommern, ist das schon ein Knaller Fund.