Pilztagebuch - 1. Quartal 2018


01.01.2018 Das Wetter war gut heute, aber recht windig. Nach intensiver Suche nach Pilzen in einer Kiesgrube bei Tarzow an der A19, konnte ich heute nur zwei kleine Moosbecherlinge finden. Das macht aber überhaupt nichts, denn es ist bei Weitem kein Fund, den man jeden Tag mal macht. So hatte ich auch genug Zeit, diese Art ausführlich zu mikroskopieren. War es gestern noch zweistellig mild, war es heute durch den Wind schon etwas kühler bei 6 Grad und zum Wochenende könnte uns nächtlicher Bodenfrost drohen. Das heißt, dass ich die Wochen noch ausnutzen muss, und hoffen, dass es ab Mittwoch nicht, wie angekündigt regnet.

 

02.01.2018 Grau bis 5 Grad, mit gelegentlichen Nieselregen, so wie die letzten Monate auch, setzt sich das Herbstwetter weiter durch. Bis Samstag soll es erst mal verregnet bleiben, danach könnten wir mit etwas Glück, mal wieder die Sonne zu Gesicht bekommen. Heute war ich wetterbedingt, nur einige moosige Stellen im Stadtgebiet absuchen. Viele Pilze konnte ich erwartungsgemäß nicht finden, aber sollten die Temperaturen weiterhin über null Grad bleiben, könnte sich dies ganz schnell ändern. Morgen geht es in die Ecke um Rehna, Moosbecherlinge stehen auf dem Programm. Die Voraussetzungen sind jedenfalls super, nur Dauerregen ist angesagt. Der Wetterbericht sagt zwar eine kurze Regenpause, um die Mittagszeit vorher, aber das heißt ja nicht's. Schauen wir mal und wenn schon, wir sind ja nicht aus Zucken und nehmen es, wie's kommt.

 

04.01.2018 Gestern ging es nun in die Ecke um Rehna, im Westen von Mecklenburg-Vorpommern. Der Wetterbericht versprach nichts Gutes. Starke Regenfälle und Sturm waren angekündigt. Für die Mittagszeit war auf dem Regenradar ein kurzes regenfreies Zeitfenster auszumachen und für diesen Zeitraum hatten Torsten und ich uns verabredet. Bei strömenden Regen machte ich mich gegen kurz vor zehn auf dem Weg. Pünktlich bei der Ankunft wurde es heller am Himmel und wir fuhren ins Zielgebiet. Der Schwerpunkt lag darin, den seltenen Moosbecherling (Octospora neerlandica) zu suchen, den Torsten bereits 2016 dort gefunden hatte. Nicht nur das wir diesen besagten hübschen Becherling, nach kurzer Zeit fanden, konnten wir in diesem Gebiet noch weitere Arten von Octospora aufstöbern. Auf dem Weg zurück zum Auto, sahen wir gegen halb eins, am Horizont eine pechschwarze Wolkenwand auf uns zu bewegen. Schnell ins Auto und auf der gesamten Rückfahrt nach Wismar, kamen starke Regengüsse vom Himmel, sodass man auf der Autobahn kaum 30 Meter weit gucken konnte. Für den Nachmittag hatte ich genug zum Mikroskopieren und wir waren mit der gestrigen Tour, mehr aus zufrieden. Unter der Rubrik -Moosbecherlinge- sind schon einige Funde von gestern eingefügt.

 

07.01.2018 Gestern war ich erfolglos im Wald und in Kiesgruben bei Jesendorf unterwegs. Heute bei schönem Wetter traf ich mich mit Chris Engelhardt und wir machten eine Küstenexkursion bei Wohlenberg. In der Nacht und am Tag war es recht frisch, aber dafür windstill und seit langem sah man auch mal wieder einige Sonnenstrahlen. Pilze fanden wir so gut wie keine, also eine sehr magere Tour war das heute. Auf dem Rückweg hielten wir noch im Prosekener Auwald bei Wismar an und konnten dort wenigstens noch kleine, frische Kelchbecherlinge finden und fotografieren. Also kaum frische Pilze, aber lieber an der Steilküste und im Wald unterwegs sein, als zu Hause zu sitzen.

 

09.01.2018 Bei eisiger Kälte bin ich heute in den Kiefernwald bei Jesendorf. Eigentlich wollte ich nur einige Exemplare vom österreichischen Kelchbecherling finden, weil ich mikroskopisch etwas vergleichen wollte. Da ich die besagten roten Becherlinge nicht fand, schaute ich noch in die angrenzende Kiesgrube. Moosbecherlinge in Massen! Auf jeden Quadratmeter, auf den ich zum Gucken auf die Knie ging, konnte ich welche finden. Ich machte mit steifgefrorenen Fingern paar Bilder und packte 3 Dutzend Proben zum Mikroskopieren ein. 4 Arten waren es insgesamt, leider nichts Neues für mich dabei, aber lieber so, als nichts zu finden. Diese Kiesgrube werde ich mit Sicherheit in einem Monat erneut aufsuchen.

 

11.01.2018 Gestern bei etwas Sonne, war ich für eine Stunde im Wismarer Bürgerpark. Nach kurzer Zeit konnte ich reichlich frische Moosbecherlinge finden. Leider stellte sich heraus, dass es sich bei allen um dieselbe Art handelte. Nicht ganz so schlimm, denn die gefundene Art war Octospora gemmicola. Da es das erste mal für mich war, konnte ich diese Art, dank viel Material gut studieren. Heute war ich bei Schneeregen auf der anderen Seite des Parks und konnte erneut eine Octospora finden, da bin ich aber noch bei der Bestimmung. Wenn es morgen am Himmel wieder besser aussehen sollte, werde ich in diesem Gebiet eine intensive Nachsuche betreiben.

 

12.01.2018 Heute konnte ich im Wismarer Bürgerpark wieder eine neue Stelle mit kleinen Moosbecherlingen aufspüren, damit ist es schon die Dritte in drei Tagen. Schön ist auch, dass es sich nicht um die gleichen Arten handelt, heute z.B. war es Octospora rustica. Eine Ecke mit Lebermoosen habe ich dort heute auch entdeckt, die werde ich auf jeden Fall im Auge behalten. Die Temperaturen liegen und bleiben bei leichten Minusgraden bis zu max. 3 Grad am Tag. Dieses graue Wetter, schlägt einen langsam aber sicher auf's Gemüt, seit Wochen und Monaten wird es selten ein mal richtig hell am Tag. Auf Niesel- und Eisregen kann ich ebenfalls gut verzichten. Morgen geht es mit Freunden zu einer gemeinsamen Exkursion, ich hoffe, auf paar schöne und interessante Funde und vor allem auf einigermaßen gutes Wetter.

 

13.01.2018 Bei konstanten null Grad waren wir heute in der Nähe von Schwerin, in einer großen Kiesgrube unterwegs. Kein Regen, frische Luft, schöne Funde, besser geht's kaum. Etwas wärmer hätte es für meinen Geschmack sein können, aber dafür, das wir Winter haben, will ich mich nicht weiter beklagen. Der beste Fund für mich, war heute ein roter Moosbecher (Octospora rubens). Morgen soll es etwas sonnig werden, das werde ich sicherlich ausnutzen und bei der Gelegenheit, natürlich auch nach Pilzen schauen.

 

15.01.2018 Sonnig war es wie angekündigt, gestern und heute, aber eisig kalt. Auch wenn es gerade mal minus drei Grad waren, fühlte es sich durch den recht frischen Wind, deutlich kälter an. Ich habe natürlich nach Pilzen Ausschau gehalten, aber ehrlich gesagt war ich bei der Kälte nicht gerade motiviert. Dementsprechend habe ich auch so gut wie nichts gefunden. Bei uns ist es kalt und im Saarland wurden vor wenigen Tagen die ersten kleinen Frühjahrslorcheln gefunden. In der Schweiz sogar schon die ersten Spitzmorcheln. Ich denke, so viel sollte man sich davon nicht versprechen, denn bekanntlich fällt im Februar mehr Schnee und ich denke, dass der Winter noch kommt. Es wird die nächsten Tage zwar um ein paar Grad milder, aber dazu leider Regen und Schneeregen. Die Temperaturen leicht unter null bis max. 4 Grad. Also für alle Verkehrsteilnehmer, vorsichtig sein!